Kirche in der Region Mönchengladbach
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KAB-Referent Andris Gulbins diskutierte das KAB-Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens in Mönchengladbach

Andris Gulbins erklärt die Grundlage der KAB zu ihrem Modell des Bedingungslosen Grundeinkommens.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 41/2013

Eine Frage der Würde

Warum das bedingungslose Grundeinkommen ein Bürgerrecht ist

Bei der Frage zum bedingungslosen Grundeinkommen geht es weniger um Finanzierungsmodelle. Vielmehr müsse sich eine Gesellschaft fragen, wie sie zukünftig leben will, sagt Andris Gulbins vom Bildungswerk der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB).

Die Bundestagswahl ist vorbei, die Stimmen sind ausgezählt – und das Interesse an gesellschaftspolitischen Diskussionen nimmt offenbar bereits wieder ab. Das bekamen die Organisatoren der KAB Bezirk Mönchengladbach zu spüren: Zum angesetzten Vortrag unter dem Titel „… und sie erkannten, dass sie nackt waren“ zum bedingungslosen Grundeinkommen war niemand erschienen. Dabei hätte der Referent Andris Gulbins vom Bildungswerk der KAB Aachen das Thema jenseits von Finanzierungsmodellen aufbereitet und in seinem Vortrag aufgezeigt, dass Katholiken schon lange die Grundlage für diese Idee aus dem christlichen Glauben ableiteten.

Den Gesetzen eines freien kapitalistischen Marktes stellt er das christliche Menschenbild mit der Unantastbarkeit seiner Würde gegenüber. Aus dieser Würde wird das Recht auf ein Grundeinkommen als Bürgerrecht, das nicht an Pflichten gebunden ist, abgeleitet. Dass in der freien Wirtschaft der Mensch nicht immer als Individuum, sondern, den Maschinen gleichgesetzt, als Kosten- und Produktionsfaktor gesehen wird, hat schon 1931 Pius XI. umgetrieben. Er habe die besondere Fürsorge des Staates gegenüber der „Hauptmasse der Enterbten“ angemahnt. „Mit anderen Worten: Ein Staat ohne Sozialpolitik verletzt seine Pflicht zur Gemeinwohlorientierung“, stellt Gulbins klar. Dabei fordere das Gemeinwohl die Verantwortung jedes Einzelnen. Denn was die Marktwirtschaft außer Acht lasse, sei die Schöpfung. Das habe Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Centesimus annus“ aus dem Jahr 1991 festgestellt, wenn er davon spricht, dass der Markt „die Existenz von Gütern ignoriert, die ihrer Natur nach weder bloße Ware sind noch sein können“.

 

Das Modell der KAB

Gesellschaft soll zu einer Tätigkeitsgesellschaft werden, in der alle Formen menschlicher Arbiet gleichwertig sind. Grundeinkommen Im Modell der KAB soll jeder Erwachsene 776 Euro bekommen, jedes Kind 463. Dazu gibt es 278 Euro zusätzlich für Menschen mit Mehrbedarf (z. B. Alleinerziehende, Schwangere und Kranke).Steuern Das Grundeinkommen ist steuerfrei. Alle Arten zusätzlicher Einkommen werden besteuert. Ein gesetzlicher Mindestlohn soll Lohndumping verhindern.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 11.10.2013

 
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