Kirche in der Region Mönchengladbach
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In St. Nikolaus Hardt erzählen zwei Glocken über die Kirchengeschichte

Mit aller Kraft mussten sich die Helfer gegen den Glockenstuhl stemmen, um die Glocken in die Kirche zu wuchten.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 18/2013

Ein neuer Platz für Paulus

In St. Nikolaus Hardt erzählen zwei Glocken über die Kirchengeschichte

Im Mönchengladbacher Stadtteil Hardt ist die Kirche St. Nikolaus um eine geschichtsträchtige Attraktion reicher: Neben der kleinen Seitenkapelle sind in einem speziellen Glockenstuhl zwei Glocken aus der hiesigen Kirchengeschichte ausgestellt.

Es hat reichlich Kraft gebraucht, die beiden Glocken mitsamt ihrem neuen Glockenstuhl in die Kirche zu bringen. Vor der Tür zu St. Nikolaus Hardt wurde eine Rampe aufgebaut, um die Stufen zu überwinden, ein Hand-Gabelstapler hat geholfen, die Last zu bewegen. Aber dennoch mussten sich die Helfer mit aller Kraft gegen den hölzernen Glockenstuhl stemmen, um die rund 1350 Kilo, die die stählerne Paulusglocke und die bronzene Catarinenglocke zusammen auf die Waage bringen, in den Kirchenraum zu wuchten.

2010 brachte Herbert Kemmerling, Mitglied im Kirchenvorstand von St. Nikolaus, die Idee auf den Tisch. Damals übernahm St. Nikolaus vier Bronzeglocken aus der entwidmeten Kirche St. Peter in Waldhausen. Die rufen nun in Hardt die Gläubigen zu den Messen. „Bronze klingt ja viel schöner als Stahl“, findet Kemmerling. Aber aus Platzgründen musste im Glockenstuhl von St. Nikolaus die Paulusglocke weichen, während die anderen zwei Stahlglocken, Maria Friedenskönigin und St. Nikolaus, hängen blieben. Die Paulusglocke, die 1300 Kilo wiegt, wurde 1922 zum Preis von 577000 Mark gekauft, 1924 wurden sie in St. Nikolaus geweiht und in Betrieb genommen.

Die drei Stahlglocken ersetzten die drei Bronzeglocken, die von 1888/89 in Hardt läuteten und im 1. Weltkrieg eingeschmolzen wurden. Die wesentlich kleinere Catarinenglocke von 1650 hing ursprünglich über dem Chorraum der Kirche. Ein Riss in der nur 50 Kilo wiegenden Glocke erinnert an den 2. Weltkrieg. Ein Blitzschlag oder Gewehrschüsse haben die Glocke beschädigt, wird vermutet. Seitdem kann sie nicht mehr geläutet werden. Früher diente sie als Wandlungsglocke und wurde bei Kinderbegräbnissen geläutet, weshalb sie „Armes- Sünder- Glöckchen“ hieß. Der Volksmund gab ihr später den Spitznamen „de Schell“. Im Ruhestand haben die Glocken nun einen neuen Platz gefunden.




Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 06.05.2013

 
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