Kirche in der Region Mönchengladbach
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Superintendent Hermann Schenck (l.) und Bischof Heinrich Mussinghoff (r.) zeigen das neue Tischtuch.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 26/2014

Fröhliche Bilder und eine Wunde

Die Ökumene war zentrales Thema in Gladbach

13 000 Pilger machten die Heiligtumsfahrt in Mönchengladbach zu einem bunten Fest des Glaubens. Bei aller Freude offenbarten die sieben Tage auch die schmerzhafte Trennung der Konfessionen.

Die Bilder, die in den Köpfen bleiben, werden bunt und fröhlich sein. Ganz unterschiedliche Menschen trafen in Mönchengladbach zusammen, versammelten sich um die Tischvitrine und erlebten den Geist der Gemeinschaft.

Vor und hinter den Kulissen umsorgten 200 ehrenamtliche Helfer die Pilger, gaben ihnen das Gefühl des herzlichen Willkommens. Die Priester beobachteten die Szenen nicht nur lächelnd, sondern waren mittendrin im Geschehen, sie scherzten mit den Besuchern, rückten Stühle und verteilten Liedzettel. Das alles verlieh der Heiligtumsfahrt eine besondere Atmosphäre. Rund um das Münster entstand das Gefühl, nach Hause zu kommen, gut aufgehoben zu sein.

Das galt insbesondere bei den Veranstaltungen, bei denen die Ökumene im Mittelpunkt stand. „Ich hatte bei der Eröffnung das Gefühl, wirklich willkommen zu sein“, sagte Dirk Sasse, Pfarrer der  evangelischen Friedenskirchengemeinde in Mönchengladbach. Das Einbinden der evangelischen Glaubensgeschwister und deren aktive Teilhabe zeichnete die Heiligtumsfahrt in Mönchengladbach aus.

Aber genau hier offenbarte sich auch die schmerzhafte Wunde: Die Einladung zu Kommunion und Abendmahl musste regelmäßig ausgeschlagen werden. Schwestern und Brüder der jeweils anderen Konfession standen daneben.

Es wird gemeinsam und doch getrennt gefeiert

Diese Trennung zu überwinden, ist das Ziel der Ökumene. Symbol dafür ist das Tischtuch, das Superintendent Hermann Schenck bei der Fronleichnamsfeier vor rund 4000 Gläubigen als Geschenk an die Katholiken überreichte. „Wir feiern damit gemeinsam und doch getrennt“, erklärte er. Das Tuch wird in den kommenden zwölf Monaten in den Gottesdiensten beider Konfessionen auf den Tischen liegen.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 26.06.2014

 
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