Kirche in der Region Mönchengladbach
http://kirche-in-der-region-mg.kibac.de/nachrichtenansicht?view=detail&id=c23d9922-df1a-4501-959c-d3ee43f851d7
 
 
Diskussionsrunde beim 2. Pfarrgemeinderatstreffen des Bistum Aachen in Mönchengladbach

Lutz Braunöhler, Bischof Heinrich Mussinghoff, Pfarrer Rolf-Peter Cremer und Renate Müller (v. l.) beantworteten Fragen.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 12/2012

Freiheit, keine Willkür

Pfarrgemeinderatstag in Mönchengladbach diskutierte die Zukunft

Mit über 220 Teilnehmern war der Regionale Pfarrgemeinderatstag in Mönchengladbach der größte der drei Treffen im Bistum Aachen.

In den Gemeinden ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer nutzten die Gelegenheit, um mit Bischof Heinrich Mussinghoff sowie Vertretern von Generalvikariat und Diözesanrat in den Dialog zu treten.

Wie soll sich Kirche in der Zukunft gestalten? Was ist Kirche und welche Rolle spielen die Ehrenamtlichen dabei, welche die Hauptamtlichen? Auf Einladung des Bistums und des Diözesanrats der Katholiken kamen Ehrenamtliche aus allen Regionen zusammen, um Fragen zu stellen, aber auch um ihre Sorgen und Erwartungen zu formulieren.

Gottverwurzelt, im Dialog stehend und Glaubwürdigkeit sind die primären Ziele, die Bischof Heinrich Mussinghoff in seinem Impulsvortrag formulierte. Dabei appellierte er an die Eigenverantwortung der Ehrenamtlichen. Ihnen fielen mehr Aufgaben und Verantwortung zu. Ihre Berufung dazu ergebe sich bereits aus dem Sakrament der Taufe. „In der Taufe schenkt uns Gott Seinen Geist, diese ungeheure Energiequelle. In der Taufe beruft Gott den Menschen“, sagte Mussinghoff.

Der Bischof warnte vor falschem Klerikalismus, bei dem das Engagement allein vom Willen des Priesters vor Ort abhänge. „Freiheit ist nicht Willkür“, betonte er. Kirche werde in großen Teilen von der Basis gestaltet, von dort bekäme sie neue Impulse. Als Beispiel nannte er die Trauerpastoral in Mönchengladbach, aus der die Grabeskirchen hervorgegangen sind, und die Ausbildung ehrenamtlicher Trauerbegleiter.

In Workshops setzten sich die Teilnehmer mit den Strukturen der Gegenwart und Lösungsansätzen der Zukunft auseinander, wie im Entwurf der künftigen GdG-Synodalstruktur beschrieben. Auffallend: Fast alle Gruppen beurteilten die Kommunikation zwischen den Gremien in den Gemeinden und den GdGs als unzureichend. Auch das Verhältnis von Hauptamtlichen zu Ehrenamtlichen wurde kritisiert. Gefordert wurde eine bessere Qualifizierung der Ehrenamtlichen. Auch wurde angemerkt, dass sich Laien oft als „Notstopfen“ für fehlende Priester fühlten und in den Gemeinden die Angst vor der Aufgabe ihrer Selbstständigkeit wachse.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 26.03.2012

 
Test