Kirche in der Region Mönchengladbach
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Jungendliche aus der Gmeinde Herz-Jesu Pongs werben mit einem Kirmi-Dinner für die kirchliche Jugendarbeit

Mit viel Schauspieltalent und Mut zur Selbstironie füllten die Laien-Schauspieler aus der Gemeinde Herz Jesu Pongs den Krimiabend mit Leben.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 43/2012

Meucheln im Dienst der Gemeinde

Zur Finanzierung und Werbung für die Jugend- und Zukunftsarbeit geht Herz Jesu Pongs neue Wege

Pfarrfeste sind beliebt, allerdings gibt es sehr viele davon. Um Geld für ihre Zukunftsarbeit zu bekommen, hat die Gemeinde Herz Jesu Pongs in Mönchengladbach deshalb neue Wege beschritten. Mit dem Krimidinner im JAM, dem Jugendtreff am Martinshof, macht sie auf sich aufmerksam.

Dabei zeigen die Ehrenamtlichen, welche Talente in der Gemeinde sind und was Jugendliche leisten können – ein Abend auf Profi-Niveau.

Sebastian Merkens sitzt am Eingang und kontrolliert die Gästeliste: „Tisch fünf“, sagt der Leiter des JAM, des Jugendhauses am Martinshof, und Saskia Wenke führt die Gäste des Krimidinners „Mittelaltermeuchelei“ zu ihren Plätzen im Saal. Die 15-Jährige war in diesem Jahr das erste Mal bei den Ferienspielen der Gemeinde dabei und gehört nun zum 20-köpfigen Service-Team.

Karin Esser war schon im Mai mit ihrer Familie in einer der beiden Vorstellungen und ist an diesem Abend mit Freunden hier. „Das ist einfach genial gemacht“, sagt sie, die die Veranstaltungsreihe seit Beginn vor sieben Jahren verfolgt. „Und das von Laien.“ Hier erlebt man, was in Gemeinschaft geleistet werden kann und wie Jugendliche sinnvoll ihre Freizeit verbringen und Verantwortung üben.

Seit Donnerstag arbeitet das ehrenamtliche Catering-Team um Petra Thomsen schon an den Speisen des viergängigen Menüs für die Aufführungen. Am Freitag waren es 93 Gäste, am Samstag 105, die 25 Euro Eintritt für den Krimi-Abend bezahlt haben.

„Als wir vor sieben Jahren mit dem Krimidinner angefangen haben, gab es nur zwei Vorstellungen“, sagt Susanne Baum, die das Stück „Mittelaltermeuchelei“ geschrieben hat. „Und vielleicht können wir im nächsten Jahr noch mehr Aufführungen machen“, sagt sie. Der Andrang ist riesig, innerhalb von 20 Minuten waren alle Karten komplett ausverkauft.

Baum trägt bereits die rote Perücke für die Rolle der Zigeunerin in dem Stück. Kurz nach 20 Uhr – mit Rücksicht auf die Messgänger aus Hockstein, das wie Ohler und Schmölderpark zur GdG Rheydt-West gehört – begrüßt Sebastian Merkens die Gäste und Gemeindereferent Albert Bettin führt sie als Barde mit „Tanderadei“ in die Geschichte ein. Die Hochzeit von Ariana steht bevor – doch das süße Mädchen stirbt noch am Traualtar, direkt nachdem ihr der Ring angesteckt wurde – und die Frage, wer der Mörder sei, bestimmt bereits in der Pause zum ersten Gang die Gespräche der Gäste.

In einer langen Reihe flitzen die 20 Jugendlichen des Service-Teams mit den dampfenden Tellern zu den Tischen. „An Tisch zwei ist ein Milch-iweißallergiker“, gibt Merkens noch einen Hinweis für eine Sonderbehandlung, die vom Küchenteam bereits berücksichtigt wurde. Sein Kollege Jens Pferdmenges ist der Serviceleiter und sorgt dafür, dass die Tische konsequent und der Reihe nach bedient werden, ohne dass Chaos entsteht.

Das Publikum amüsiert sich köstlich, wenn beispielsweise Pfarrer Michael Schicks den treusorgenden, nachgiebigen Vater spielt und Pfarrer Guido Helbig den Pater Justus, der auffällig oft ein Näschen an seinem Weihrauch-Fässchen nimmt. Auch seine politisch unkorrekten Spitzen gegen die Kirchenobrigkeit, die an diesem Abend durch Weihbischof Johannes Bündgens vertreten ist, sorgen für Lacher.

„Wir nehmen an jedem Abend 1000 bis 1500 Euro ein“, sagt Petra Thomsen. Das Geld geht zu gleichen Teilen in die Arbeit des JAM und in den Zukunftsfond der Gemeinde, der sich außerdem aus Spenden von jährlich rund 35000 Euro finanziert.


Von Susanne Böhling

Veröffentlicht am 29.10.2012

 
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