Kirche in der Region Mönchengladbach
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Was Sternsinger in Mönchengladbach erleben

Mit den anderen üben Tobias, Nico und Jacen (v. l.) die Lieder, die später gesungen werden.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 04/2016

Kinder helfen Kindern

60 Mädchen und Jungen kamen zum Sternsingerempfang

Der Einsatz als Sternsinger ist kein Honigschlecken: Widrige Witterungsverhältnisse und zum Teil unfreundliche Behandlung erleben die kleinen Könige. Aber die Kinder haben gute Gründe, sich trotzdem zu engagieren.

Nico hat seinen ganz eigenen Stil entwickelt, um in seinen Dienst als Sternsinger Schwung zu bringen und Frust über negative Reaktionen abzubauen. „Ich renne immer von Haustür zu Haustür“, sagt der Neunjährige. Zusammen mit seinem besten Freund Jacen (9) hat er als Sternsinger in der Pfarrei St. Rochus Broich-Peel Spenden gesammelt. Nun sitzt er zusammen mit Jacen und Tobias (9) in der ersten Reihe der Citykirche.

Wie rund 60 andere Sternsinger aus der Region Mönchengladbach sind sie gekommen, um der Einladung des Oberbürgermeisters ins Rathaus zu folgen, wo sie einige Lieder singen und ihren Segen an die Rathaustür schreiben. „Danach kommt der Clown Pepe“, freut sich Jacen. Die Kinder haben sich die Belohnung verdient, denn ihr Einsatz ist nicht gerade leicht. In diesem Jahr blieben ihnen eiskalte Temperaturen zwar erspart, aber bei Regen ist die gut zweistündige Tour von Tür zu Tür auch kein Spaziergang. Und dann sind da noch die unfreundlichen Reaktionen, mit denen die Kinder immer wieder konfrontiert werden. „Ein Mann hat uns gesagt, dass er nicht daran glaubt und deswegen nichts in unsere Sammelbüchse tut“, berichtet Tobias.

Einmal habe er es sogar erlebt, dass jemand ihnen die Türe einfach vor der Nase wieder zugeschlagen habe, berichtet Andreas. Der 14-Jährige ist zum zehnten Mal als Sternsinger unterwegs gewesen. Er ist der erfahrenste der 54 Sternsinger in der Pfarrei St. Rochus Broich-Peel. „Wenn so etwas passiert, sage ich den anderen, sie sollen ruhig bleiben und weitergehen“, sagt er. Trotz solcher Erlebnisse machen die Sternsinger weiter. Andreas will erst in zehn Jahren aufhören. „Ich habe Spaß dran und freue mich, dass es das noch gibt“, sagt er über diese Tradition. Auch Tobias, Nico und Jacen haben sich von solchem Verhalten nicht entmutigen lassen und wollen im kommenden Jahr wieder dabei sein. Denn immerhin können sie so anderen Kindern helfen. „Wir haben in einem Film gesehen, dass ein Junge Schuhe reparieren muss, um Geld zu verdienen“, sagt Tobias. Und schließlich sind ja nicht alle so unfreundlich an der Tür. „Eine Frau hat uns sogar einen Euro für uns gegeben“, erzählt Jacen begeistert.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 20.01.2016

 
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