Kirche in der Region Mönchengladbach
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Firmlinge der Gemeinde St. Anna Wegberg klettern in der Mönchngladbacher Kletterkirche

Vertrauen ist die Grundlage für das Klettern. Hier sichert Gert Lamers (2. v. l.), während Ursula Eicker-Nolte (l.) die Kletterer beobachtet.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 48/2012

Grenzerfahrung in der Höhe

Bei der Firmvorbereitung in St. Anna Windberg besuchten die Jugendlichen die Kletterkirche

In der Gemeinde St. Anna Windberg haben 39 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren das Sakrament der Firmung durch Weihbischof Karl Reger empfangen. In der Vorbereitung darauf haben sie soziale Einrichtungen besucht und beim Klettern eigene Erfahrungen mit dem Wandel in der Kirche gemacht.

Dana sucht mit den Füßen nach Halt. Egal, wo sie ihren rechten Fuß hinsetzt, sie kommt nicht weiter. Immer wieder rutscht die 17-Jährige ab und hängt in den Seilen an der Kletterwand. Aber Dana gibt nicht auf, bis sie nach einigen Versuchen doch den richtigen Tritt findet und in der Kletterkirche Waldhausen bis zur Decke hochklettert. Bei der Firmvorbereitung in der Gemeinde St. Anna: Dabei setzen sich die 39 Jugendlichen nicht nur nur mit Fragen der Religion auseinander. Auch Aspekte der Sozialgemeinschaft und der Persönlichkeitsentwicklung gehören dazu. „Es ist uns wichtig, Kirche auch mal anders zu zeigen“, sagt Ursula Eicker-Nolte. Die 46-jährige Katechetin begleitet zusammen mit Georg Breuer (43) und Gerd Lamers die Firmlinge in der Vorbereitung. „Mit neuen Formen wollen wir Kindern und Jugendlichen Kirche wieder nahebringen“, sagt Ursula Eicker-Nolte.

Nicht nur in der Kletterkirche findet die Firmvorbereitung statt. Auch bei einem Besuch bei einem Bestatter, im Krankenhaus, in der Regenbogenschule der Gemeinschaft Sant’ Egidio, bei einem Krankenhausseelsorger und bei anderen Exkursionen lernen die Jugendlichen verschiedene Seiten von Kirche und ihren Angeboten kennen. „Wichtig ist, dass wir immer wieder den christlich-sozialen Glauben vermitteln“, sagt Firmbegleiter Breuer. Der Vater zweier Kinder im Alter von 14 und 16 Jahren weiß, dass in diesem Alter zwar über Gott und Fragen nach dem Sinn des Lebens nachgedacht wird, aber das Thema Kirche den Jugendlichen oft fern ist.

 

Beim Klettern muss man Vertrauen haben

In der Kletterkirche sollen die Jugendlichen lernen, wie wichtig Vertrauen und Zusammenarbeit ist, sowie ihre ganz persönlichen Grenzen kennenlernen. „Ich bin selbst schon einmal geklettert, und es ist ein tolles Gefühl, wenn man es geschafft hat“, sagt Eicker-Nolte. Dana hat da bereits ihre Erfahrungen gemacht: „Man weiß, dass man gesichert ist und nicht runterfallen kann“, sagt die 17-Jährige. „Das gibt Sicherheit.“

 

Der Weg ist nie gleich, man muss ihn suchen

Aber auch, dass man manchmal einen Neuanfang machen muss, um seinen Weg weiter verfolgen zu können, hat die Schülerin schon festgestellt. „Sobald man merkt, dass man es nicht schafft, muss man wieder neu ansetzen“, sagt sie. „Der Weg ist nie gleich, man muss ihn immer wieder suchen und neu finden.“

„Klettern hat viel mit Firmung zu tun“, sagt Eicker-Nolte. „Man muss Vertrauen bilden. Fragen wie ,Wer sichert mich? Wer gibt mir Halt?‘ kommen auf. Das kann man auf den Gottesglauben übertragen.“ Die Jugendlichen lernten dabei einges über ihre eigenen individuellen Stärken und die Stärke einer Gemeinschaft.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 30.11.2012

 
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