Kirche in der Region Mönchengladbach
http://kirche-in-der-region-mg.kibac.de/nachrichtenansicht?view=detail&id=5f9485ab-192b-476f-b67c-c75fa2de7aff
 
 
DAs Wallfahrtsfest in Hehn wurde bunt gefeiert

Das erste Werk ziert eine Wand der Turnhalle: Graffiti-Künstler kj263 lässt aus einem schwarzen Loch eine Spraydose springen.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 20/2013

Graffiti: So bunt wie der Glaube

Zum Wallfahrtsfest in Hehn übten sich Kinder in der Kunst des Graffiti-Sprühens

Die gute Resonanz hat Schwester Stefanie Kallenborn und das Organisationsteam der Wallfahrteröffnung in Hehn überrascht: Aus einem kleinen Fest ist mit der Aktion „Spray on World“ ein großes Familienfest rund um die Kirche St. Mariä Heimsuchung geworden.

Die Bedingungen waren optimal: Vom Himmel strahlte die Sonne, die Rhododendronbüsche rund um die Kirche St. Mariä Heimsuchung zeigten die ersten Blüten, die Bäume waren schon grün und spendeten ein wenig Schatten: der ideale Rahmen für ein großes Familienfest. Für die Eröffnung der Wallfahrt-Saison 2013 hatten sich die Organisatoren etwas Besonderes ausgedacht: Für Kinder gab es Graffiti-Workshops mit professio-
nellen Sprayern.
Vor drei Jahren hat das Team um Pfarrer Harald Josephs und Schwester Stefanie Kallenborn aus dem Pfarrfest ein Wallfahrtsfest gemacht. Damit sollte Hehn als Wallfahrtsort stärker ins Bewusstsein gerückt und der Wallfahrtsmonat Mai eröffnet werden. In diesem Jahr haben Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand beschlossen, neue Wege zu gehen und grünes Licht für die Graffiti-Aktion gegeben. Die kam bei den Besuchern besser an, als die Veranstalter für möglich gehalten hätten.


„Spray one World“ –  Sprühe (für) eine Welt

„Zum Workshop für die kleinen Grafitti-Künstler im Grundschulalter haben sich 40 Kinder angemeldet“, freut sich Sr. Stefanie. „Bei den größeren Kindern der Klassen 5 bis 8 waren es 20.“ Für sie wurde eine Fläche aus Folie gespannt, an der sie unter Anleitung des Profis kj263, der seinen richtigen Namen nicht nennt, mit den Sprühdosen probieren konnten. Dabei ging es nicht darum, einfach bunte Bilder zu malen.
Die Aktion stand unter dem Motto „Spray one World“ – Sprühe (für) eine Welt. Mit ihren Werken haben die Kinder Verbindungen geschaffen und Spuren gelegt, die Turnhalle verschönert und gezeigt, wie bunt Welt und Glauben sind.
Dabei habe es zur Aktion auch kritische Stimmen gegeben, sagt Sr. Stefanie. Denn Graffitis assoziieren viele Menschen mit unerwünschten Schmierereien an Hauswänden, die nur sehr kostenintensiv wieder zu entfernen sind. „Aber genau dafür haben wir die Kinder auch sensibilisiert“, betont Sr. Stefanie.


Mit Sprühfarbe aus Kreide eine bunte Spur gelegt

Die Sprühfarbe, mit der die Spuren von der Kirche zur Turnhalle gelegt wurden, ist Kreide und wäscht sich beim nächsten Regenguss gleich wieder ab. Entlang der Graffiti-Spuren wurde am Ende des Festes von den Besuchern eine Weltkugel mit den Händen zur Turnhalle gereicht.
Das Wallfahrtsfest ist die Ouvertüre für einen Reigen von Workshops und Aktionen, der seinen Abschluss im Oktober findet. Im Religionskurs der Bischöflichen Marienschule behandeln Schüler die gesellschaftliche, menschliche und religiöse Bedeutung der Wallfahrt, im Kunst-Unterricht wird das Thema ebenfalls behandelt. Zusammen mit der Schule wird dann im Oktober mit kj263 und weiteren internationalen Graffiti-Künstlern die Turnhalle in Hehn weiter verschönert. Diese Farbe soll dann ausnahmsweise nicht abwaschbar sein.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 16.05.2013

 
Test