Kirche in der Region Mönchengladbach
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In Mönchengladbach fand der erste Marktplatz der Möglichkeiten statt

101 Handelsteilnehmer füllten die Räume des TiG. Die Unternehmer waren erstaunt, was die gemeinnützigen Organisationen alles an Dienstleistungen anzubieten hatten. Gleichzeitig entdeckten viele auch eigene Ressourcen, die sie bisher kaum beachtet hatten.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 44/2012

Gladbach gewinnt mit Handel

Beim ersten Mönchengladbacher Marktplatz wurden jede Menge Möglichkeiten gehandelt

Mit 101 Teilnehmern war der erste Mönchengladbacher Marktplatz größer als vergleichbare Marktplätze in Bonn und Düsseldorf. Die Unternehmen und sozialen Organisationen trafen 115 Vereinbarungen zum Tausch von Dienstleistungen im Gegenwert von rund 90100 Euro.

Norbert Krause kramt in seiner Tasche und holt drei dicht beschriebene Zettel hervor: die Vereinbarungen, die der Eickener Künstler mit gemeinnützigen Organisationen beim ersten Mönchengladbacher Marktplatz getroffen hat. Von den Mitarbeitern des Volksvereins bekommt er Objekte aus Holz gebaut, für die er die Ideen liefert. „Ich wollte schon immer etwas mit Holz machen, aber ich bin nicht so gut im Handwerklichen“, sagt der Erfinder von Radio Eicken. Der kleinste Sender der Stadt hat mit einem Sendegebiet von einem Quadratmeter begonnen.

Im Gegenzug hilft Krause dem Volksverein bei der Öffentlichkeitsarbeit. Für das Straßenmagazin Fifty-Fifty wird er einen Artikel schreiben und bekommt dafür einen Fahrradcheck, bei der AWO besucht er einen Kurs und berichtet anschließend darüber. Der Handel im Theater im Gründungshaus (TiG) floriert an diesem Nachmittag. 51 Unternehmen aus der Region Mönchengladbach und 50 gemeinnützige Organisationen sind zusammengekommen, um mit Dienstleistungen zu handeln; Geld ist dabei tabu.

Die Katholische Liga, ein Zusammenschluss von Verbänden und Einrichtungen im Sozial- und Bildungsbereich, hatte zum Handel mit Möglichkeiten eingeladen. 16 neutrale Makler haben die Teilnehmer beim Handel und dem Abschluss der Vereinbarungen unterstützt. Wurden sich zwei Parteien einig, schlossen sie unter der Überschrift „Gladbach gewinnt“ eine schriftliche Vereinbarung, bezeugt von einem der Makler.

 

„Sich zu verstehen und zu helfen ist ein Mehrwert“

Architekt Burkhardt Schrammen baut mit seinen Mitarbeitern in den kommenden Wochen eine spezielle Stange für die Bewegungstherapie des Frühförderzentrums Rheydt. „Dafür bekommen wir für unsere Mitarbeiter ein Fest der Sinne“, sagt er. „Das klingt spannend und wir freuen uns schon sehr darauf.“ Schrammen freut sich, dass mit dieser Art Handel Gladbach weiter zusammenwächst. „Das hat schon in der Art und Weise, sich gegenseitig zu verstehen und zu helfen, einen Mehrwert“, sagt er.

David Solf, Junior-Chef bei Glasbau Klöters, ist erstaunt, was die Organisationen alles anzubieten haben. „Dass ich hier eine Teamschulung für meine Mitarbeiter bekomme, hätte ich nicht gedacht“, freut er sich. Sein Partner, die Familienbildungsstätte, wird in Zukunft keine Sorgen mehr mit Glasschäden in ihren beiden Häusern haben.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 01.11.2012

 
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