Kirche in der Region Mönchengladbach
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Stromsparcheck

Manfred Brendgens, Hermann-Josef Kronen und Wilfried Reiners (v. l.) prüfen die Temperatur eines Gefrierschranks.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 33/2015

Kleine Änderungen, große Wirkungen

Ehemalige Arbeitslose finden als Energieberater eine Perspektive

Defekte Dichtungen in der Toilettenspülung, Fernseher im Stand-by-Modus oder in die Jahre gekommene Kühlschränke: Mit dem Stromcheck kommen einkommensschwache Familien Energiefressern auf die Spur und sparen Geld.

Wer von der Grundsicherung oder Hartz IV lebt, muss mit jedem Cent rechnen. Da machen sich zehn Euro monatliche Ersparnis bei den Energiekosten positiv in der Haushaltskasse bemerkbar. Bei den Kunden in der Energieberatung des Volksvereins sind es sogar noch ein paar Euro mehr: Bei 150 Euro jährlich liegt das durchschnittliche Sparpotenzial pro Haushalt.

Seit Jahresbeginn bietet der Volksverein Mönchengladbach in Kooperation mit dem Deutschen Caritasverband und dem Bundesverband der Energieund Klimaschutzagenturen Deutschland die kostenlose Energieberatung für einkommensschwache Haushalte an. Mit Erfolg: Im ersten Halbjahr haben in Gladbach 154 Haushalte das Angebot in Anspruch genommen. Insgesamt wurden dabei langfristige Einsparungen von 145 000 Euro erreicht. „Die privaten Haushalte sparen dadurch etwa 97 000 Euro, Kommunen 30 000 Euro und der Bund 18 000 Euro“, sagt Manfred Brendgens, Projektleiter beim Volksverein. Die Einsparungen bei Kommunen und Bund kommen dadurch zustande, dass sie geringere Energiekosten zuschüsse leisten müssen. Auch die Umwelt freut sich: „Durch die im Rahmen des Projekts ausgegebenen Soforthilfen wurde die CO₂ -Emission um 190 000 Kilogramm reduziert“, freut sich Volksvereins-Geschäftsführer Hermann-Josef Kronen.

In einem ersten Besuch identifizieren die Energieberater Sparpotenziale im Haushalt. Die reichen vom persönlichen Verhalten der Kunden wie durchlaufendes Wasser beim Zähneputzen bis zu stromfressenden Glühlampen und veralteten Haushaltsgeräten. „In einem Haushalt haben wir auf dem Balkon drei Kühlschränke entdeckt, die alle angeschlossen waren, um Getränke zu kühlen“, berichtet Brendgens. Nachdem der Energieberater ausgerechnet habe, dass das 320 Euro pro Jahr zusätzlich koste, habe der Kunde sofort die Stecker von zwei Kühlschränken gezogen. Der Stromsparcheck wird bundesweit an insgesamt 174 Standorten angeboten. Im Bistum Aachen sind neben Mönchengladbach auch Aachen, Düren und Krefeld dabei (siehe www.stromsparcheck.de). Der Volksverein hat seine Energieberater – ehemals Arbeitslose – in über 100 Stunden theoretischer Ausbildung auf ihre Aufgabe vorbereitet. Alle sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 13.08.2015

 
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