Kirche in der Region Mönchengladbach
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KFDB feierte in Mönchengladbach 50-jähriges Bestehen

Am Rande der Tagung im Mönchengladbacher Treff am Kapellchen (TaK) fanden viele intensive Gespräche statt.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 46/2013

Politische Vorbilder

KDFB-Frauen nahmen schon in den 50er Jahren politisch Einfluss

45 Frauen der Ortsvereine Aachen, Uerdingen und Rheydt kamen zur Diözesantagung des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in Mönchengladbach zusammen. Kernpunkt war ein Vortrag über die Rolle des KDFB in den Nachkriegsjahren 1945 bis 1962.

Die Geschlechterrollen waren nach 1945 und den folgenden 50er Jahren klar definiert: Männer waren stark, packten aktiv zu, außerdem handelten sie logisch und rational. Frauen waren weich, schwach, passiv annehmend und von Emotionen geleitet. Deshalb war die Politik kein Feld für Frauen. Eine weit verbreitete Meinung, die die Frauen des KDFB nicht so ohne weiteres hinnahmen. Sie mischten sich ein. Allerdings ohne es so klar zu benennen.

In ihrem Referat legte Regina Illemann dar, wie aus der KDFB eine politische Bewegung schwappte, die 1961 schließlich dazu führte, dass mit Elisabeth Schwarzhaupt die erste Frau Bundeministerin wurde. Aber: „Das Gesundheitsministerium wurde neu geschaffen, so dass ihre Benennung keine Ansprüche eines Mannes berührte“, sagte Illemann. Die 31-jährige Diplom-Theologin hat sich in ihrer Dissertation „Zum Wohl der Kirche und des Volkes“ mit dem Thema „Der Katholische Deutsche Frauenbund zwischen Krieg und Konzil (1945–1962)“ auseinandergesetzt. Dass Politik staatlich und männlich sei, habe der KDFB entschieden infrage gestellt, sagte Illemann. „Der Frauenbund interessierte sich für die Konsequenzen, die das System auf die Gesellschaft hat.“ Denn zur Politik gehörten nach Ansicht der Frauen auch deren konkrete alltägliche Auswirkungen. „Der Frauenbund pochte sehr auf das Elternrecht, die Kinder zu erziehen“, sagte sie, „und wollte nicht, dass da die Staatsgewalt eingreifen sollte.“ Das aber war vorherrschende Meinung im System.

 

Politische Bildung für Frauen in Kursen

Deshalb setzte sich der KFBD für die politische Bildung von Frauen ein. Mit verschiedenen Kursen wurden Frauen angesprochen. Themen wie „Die soziale Marktwirtschaft und die Hausfrau“ oder „Fragen um die ältere Angestellte“ provozieren heute ein Schmunzeln, hatten in den 50er Jahren aber einen ernsten Hintergrund. „Der KDFB sorgte für Bildung und Vorbilder“, sagte Illemann.Denn aus seinen Reihen wurden Frauen ermuntert, sich politisch zu engagieren. Dabei wollten die Frauen die Männer nicht ersetzen. „Der KDFB griff die Geschlechter-Stereotypen auf, stand aber auf dem Standpunkt, dass Männer und Frauen einander ergänzen, auch in politischen Dingen.“ 


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 15.11.2013

 
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