Kirche in der Region Mönchengladbach
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Stele am Tak in Mönchengladbach stellt Volksverein vor

Sieben Meter ist die neue Stele der Künstlerin Christiane B. Bethke im Hof des TaK hoch.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 43/2014

Gestern, heute, morgen

Eine Stele zeigt Besuchern des TaK Werte und Ziele des Volksvereins

Ein sieben Meter hoher Wegweiser steht nun neben der Brandts-Kapelle in Mönchengladbach. Die Schilder, die in verschiedene Richtungen zeigen, weisen auf die Werte und Ziele des Volksvereins hin.

Wer lesen will, was auf den Schildern steht, muss seinen Kopf heben. Dann liest er „Visionen“, „Weitblick“, „Rechte der Arbeiter“, „teilen MACHT reich“ oder „Sociale Frage: Was ist und wie geht Gerechtigkeit“. Das sind Schlagwörter und Grundsatzfragen, mit denen sich der historische Volksverein für das Katholische Deutschland vor fast 125 genauso beschäftigt hat wie sein Nachfolger, der neue Volksverein, der im vergangenen Jahr sein 30-jähriges Bestehen gefeiert hat. Die Mönchengladbacher Künstlerin Christiane B. Bethke hat die Stele zusammen mit Langzeitarbeitslosen geschaffen. Anlass war das 30-jährige Bestehen des Volksvereins.

„Eigentlich sollten es 30 Wegweiser werden, aber wegen der Höhe hat der Denkmalschutz Bedenken gehabt“, erzählt Hermann-Josef Kronen, Geschäftsführer des Volksvereins, am Rande des Einweihungsfestes. Jetzt sind es 25 Schilder, die an der sieben Meter hohen Stange angebracht wurden. „Zuerst war ich ziemlich enttäuscht von der Größe des Grundstücks“, berichtet Christiane B. Bethke in ihrer Rede zur Einweihung der Stele. Eine große Plastik ließ der Innenhof zwischen Brandts-Kapelle und Treff am Kapellchen (TaK) nicht zu. Aber die Künstlerin hat sich alles genau angeschaut. „Das Besondere im Innern der Kapelle ist der Altar“, ist ihr aufgefallen. „Der besteht aus einer Werkbank.“ Ein direkter Bezug zur Arbeitswelt.

 

Zeigen, wie viel Macht im Teilen steckt

Arbeit hat auch der Bau der Stele gemacht. Was aussieht, als sei es maschinell hergestellt, ist mit Schablonentechnik aufwändig per Hand gemalt worden. Dabei stand das Motto „Heute hat Geschichte – der Volksverein – gestern, heute, morgen“ Pate, das auch auf das Jubiläum zur Gründung des historischen Volksvereins vor fast 125 Jahren im kommenden Jahr hinweist. „Die Schreibweise auf den Schildern ist kein Rechtschreibfehler“, sagt Bethke. Sie schafft eine Verbindung zwischen Historie, Gegenwart und Zukunft. So wurde etwa das Wort „sozial“ 1890 mit c geschrieben. Im Slogan des Volksvereins „Teilen macht reich“ sticht das Verb in Großbuchstaben heraus. „Wir haben das extra so gemacht, weil wir zeigen wollten, wie groß unsere Macht ist, wenn wir teilen“, sagt Bethke.

 

Der historische Volsverein

Gegründet 1890 wurde der alte „Volksverein für das Katholische Deutschland“ gegründet. Franz Brandts, ein Mönchengladbacher Unternehmer, wurde erster Vorsitzender. Er baute auch die Kapelle, den „Treff am Kapellchen“, die nach ihm benannt ist. Ziele Der historische Volksverein setzte sich für die Rechte der Ar- beiter ein. Er förderte christliche Gewerkschaften und die Weiterbildung der Arbeiter. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte er über 800000 Mitglieder. 1933 verboten die Nazis den Verein.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 24.10.2014

 
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