Kirche in der Region Mönchengladbach
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Junge Missionare auf Zeit machen Aktion zum Thema Flüchtlinge in Mönchengladbach

Mit Schildern machen die MaZ auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 49/2013

Die Stimme für andere erheben

Mit einer Aktion machten junge Missionare auf Zeit auf die Situation von Asylbewerbern aufmerksam

Nach der Rückkehr von ihrem Auslandsaufenthalt waren 22 Missionarinnen auf Zeit (MaZ) bei den Steyler Missionsschwestern zu Gast. Den Besuch nutzten sie, um auf die Probleme von Asylbewerbern aufmerksam zu machen.

Silvia Köhler hat die Rolle der Angst übernommen. Die 20-Jährige trägt ein großes Schild vor ihrem Körper, auf dem das Wort „Angst“ schon von weitem zu lesen ist. Wer genauer hinschaut, der kann darunter die Information „3/4 der Asylbewerber in Deutschland werden abgeschoben“ lesen. So geht Silvia Köhler über die Hindenburgstraße, vorbei an den Marktständen, die an diesem Tag hier aufgebaut sind. Begleitet wird die junge Frau von anderen zurückgekehrten Missionarinnen auf Zeit, die als „Perspektivlos“, „Geduldet“ oder „Krieg“ unterwegs sind.

Eine andere MaZ-Gruppe nimmt den Weg über den Christkindlmarkt, quer über den Alten Markt. An der Citykirche treffen sie sich zu einer Performance. „Es war schon ein eigenartiges Gefühl“, berichtet Köhler anschließend. Während ihres Aufenthaltes in einem kleinen Dorf in der Provinz San Pedro in Paraguay hat sie erlebt, wie Isolation und der Ausschluss an der gesellschaftlichen Entwicklung auf die Menschen wirkt. „Die Menschen dort empfinden sich als arm, weil sie keine Arbeit hatten“, erzählt sie. „Ihnen war es wichtig, dass ihnen mal jemand zugehört hat und sich für sie interessiert.“

 

Die Flüchtlinge leben am Rand

Das hat sie beim Besuch in den Flüchtlingsheimen Luisental und Rheindahlen auch festgestellt. Dort lernte sie eine Roma-Familie aus Mazedonien kennen: Die Eltern leben mit ihren vier Kindern in einem Zimmer von etwa 16 Quadratmetern. Hier schlafen und wohnen sie, in dem Zimmer wird auch gekocht. Die Mutter ist psychisch krank. Der Status als Asylbewerber erlaubt es dem Vater nicht, eine Arbeit anzunehmen, die beiden Teenager haben keine Chance auf eine Ausbildungsstelle und damit keine Perspektive für die Zukunft. Über der Familie schwebt das Damoklesschwert der Abschiebung. „Die Familie ist mit der Hoffnung auf ein besseres Leben hierher gekommen und findet sich dann im Flüchtlingsheim wieder“, berichtet Köhler. „Durch den Besuch bin ich noch mal darauf aufmerksam geworden, dass es auch in Deutschland mitten unter uns Armut gibt. Die Flüchtlinge leben am Rand.“

Mit ihrer Aktion wollten die MaZ ihnen eine Stimme geben. Unterschiedliche Reaktionen von Passanten hatten die MaZ erwartet. Allerdings waren einige doch heftiger als gedacht. „Ein Marktbeschicker hat mir gesagt, ich solle vom Stand weggehen, weil ich seine Kunden vertreiben würde“, erzählt Köhler. Das Seminar soll die Rückkehrer nochmals dafür sensibilisieren, sich auch in Deutschland für Menschen, die Hilfe brauchen, einzusetzen und so den christlichen Glauben aktiv zu leben. „Ziel der Aktion ist es, die MaZ mit Menschen in Berührung zu bringen, die auf der Flucht sind“, sagt Magdalena Beier, Koordinatorin der MaZ-Einsätze. Vom 9. bis 12. Januar 2014 findet ein Orientierungsseminar für junge Frauen und Männer, die sich für einen Einsatz als MaZ interessieren, statt. Infos: bettina.rupp@ssps.de. www.steyler-missionarinnen.de/maz .


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 06.12.2013

 
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