Kirche in der Region Mönchengladbach
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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 43/2012

Ein Herz für Kinder seit 50 Jahren

Am ersten Advent feiert das Kinderhaus Herz Jesu Pesch sein goldenes Jubiläum, auch mit Ehemaligen

Auf ein halbes Jahrhundert kann das Katholische Kinderhaus Herz Jesu Pesch zurückblicken. Eine Zeit, in der es viele Veränderungen in der Lehrmeinung rund um die Erziehung gab. Doch eines ist in den vergangenen 50 Jahren konstant geblieben: Es geht immer um das Wohl des Kindes und seine Entwicklung.

Die Farben von Maus, Auto oder Schmetterling auf den Bildern an den Kleiderhaken sind etwas blass geworden und auch dem Stoffmuster auf dem weich gepolsterten Rand des Bällchenbads haben Tageslicht und Sonne zugesetzt. „Es ist alles eben schon alt“, sagt Birgit Feldberg, Leiterin des Kinderhauses Herz Jesu Pesch. Viele Generationen Kinder haben in den vergangenen 50 Jahren hier gespielt und gelernt. Einige der Ehemaligen bringen heute selbst ihre Kinder in die Einrichtung. Am 2. Dezember gibt es zur großen Jubiläumsfeier dann das ganz große Wiedersehen mit ehemaligen Kindern, Erziehern und denen, die heute Leben in die Räume bringen.

59 Kinder in drei Gruppen besuchen derzeit das Kinderhaus, das in direkter Nachbarschaft zur ehemaligen Kirche Herz Jesu Pesch liegt. Alte Bäume umgeben das Gelände mit großem Garten. Jetzt im Herbst fallen die bunten Blätter herab, im Sommer spenden sie Schatten. Direkt vor dem Eingang gibt es einen öffentlichen Spielplatz. Kinder, so sagt diese Umgebung, sind hier sehr willkommen.

 

Zwei Drittel der Kinder kommen aus 20 Ländern

Neben der Gruppe mit Kindern, die 35 Stunden in der Woche kommen, gibt es eine Gruppe mit 20 Kindern in der Tagesstätte und eine integrative Gruppe mit 15 Kindern, von denen fünf einen besonderen Förderbedarf haben. Sie sind lernbehindert, haben sprachliche Probleme oder starke Entwicklungsverzögerungen. Die Einbindung in ihre Gruppe fördert die Entwicklung der Kinder und gibt ihnen Vertrauen.

„Zwei Drittel unserer Kinder kommen aus 20 verschiedenen Ländern“, berichtet Feldberg. Sprache ist deshalb ein wichtiges Thema, denn nicht jedes Kind kann bereits gut Deutsch sprechen, wenn es in den Kindergarten kommt. „Und das betrifft nicht nur die Kinder mit Migrationshintergrund“, sagt die 53-Jährige. Deshalb wird bei jedem Spiel viel gesprochen. „Wenn etwas nicht verstanden wird, reden wir auch mit Händen und Füßen.“

 

Kinder und Eltern müssen sich wohl fühlen

Vor zehn Jahren hat das Team des Kinderhauses sein 40-jähriges Bestehen ganz groß gefeiert. „Damals war alles so im Umbruch, dass wir gedacht haben, die 50 gar nicht mehr zu erleben“, berichtet Feldberg. Auch heute muss die Erzieherin und ihr Team mit vielen Umbrüchen fertig werden. „In den vergangenen zehn Jahren hat es große gesellschaftliche Veränderungen gegeben“, beobachtet die Pädagogin. „Armut, Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Probleme, Isolation und Einsamkeit haben zugenommen. Es herrscht eine große Sprachlosigkeit.“ Die gilt es jeden Tag wieder aufs Neue aufzubrechen.

Es gehe darum, dass sich Kinder und Eltern wohlfühlten, betont die Pädagogin. Ein Großteil der Kinder kommt aus muslimischen Familien. Auch sie beten mit, singen, erzählen Geschichten und feiern die Gottesdienste mit. Die gegenseitige Wertschätzung ist wichtig für das Miteinander: „Wenn bei uns etwas gefeiert wird, ist es immer Multikulti“, freut sich Feldberg.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 29.10.2012

 
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