Kirche in der Region Mönchengladbach
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Besucher besichtigen die Pescher Kirche, die zum Wohnhaus umgebaut wurde

Modern in Türkis und Ocker präsentiert sich der Kircheninnenraum heute den Besuchern. Rundbögen und Säulen erinnern an die Vergangenheit als Gotteshaus.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 38/2011

Wohnen in der ehemaligen Kirche

Zum Tag des offenen Denkmals wurden die 23 Wohnungen in Herz Jesu Pesch zu ersten Mal gezeigt

Die Briefkästen hängen rechts vom Hauptportal der ehemaligen Kirche Herz Jesu Pesch. Vor dem Besucher eröffnet sich über vier Etagen ein offenes Treppenhaus mit gläsernem Aufzug. Zum Tag des offenen Denkmals kamen viele Neugierige, um sich die neuen Wohnungen im Kirchengebäude anzuschauen.

 Ab Oktober werden die ersten Bewohner einziehen. Vor der Kirche sind Parkplätze angelegt, zwei Beete säumen den Weg zum Haupteingang. Drinnen empfängt den Besucher ein puristisches Treppenhaus mit großen Flächen in Türkis, Blau und Ocker. In der Mitte sind Flächen mit Steinen aufgefüllt, die von hellen Wegen eingerahmt werden.

23 Wohnungen mit einer Wohnfläche von 48 bis 82 Quadratmetern sind hier entstanden. Jede Wohnung ist anders, die Zuschnitte sind sehr individuell. Viele Ecken und Nischen charakterisieren die Räume. Es gibt runde Fenster und solche mit Spitzbögen, in den Wohnungen der oberen Stockwerke sind die Spitzbögen der Kirchendecke erhalten geblieben. Sie geben den Räumen ein spezielles Flair. In einer Wohnung leuchtet ein blaues, rundes Kirchenfenster, es wird von innen von einem Fenster geschützt.

 

„Wir haben in dieser Kirche geheiratet“

„Wir haben in dieser Kirche geheiratet“, sagt ein Mann und schaut in die Richtung, in der einst der Altar stand. Dann geht er die Treppe hinauf und verschwindet in einer der offenen Wohnungen, die heute besichtigt werden können.

Die Wohnungen im Erdgeschoss verfügen alle über einen direkten Zugang auf eine Terrasse. Zu den anderen Wohnungen im Haus gehören eigene Gartenparzellen. Weil die ehemalige Kirche über keinerlei Kellerräume verfügt, sind auf jeder Etage Speicherräume mit abschließbaren Kammern eingerichtet worden.

„Man hat hier das Gefühl, mitten in einem Baum zu sitzen“, staunt eine Frau beim Anblick der grünen Baumkrone vor dem Panoramafenster. Es gibt den Ausblick auf den Garten, auf den bunten Spielplatz des benachbarten Kindergartens, aber auch auf das Seitendach des Gebäudes. Die baulichen Gegebenheiten der ehemaligen Kirche gaben Fensterformen und Raumschnitt vor.

1901 wurde die Backsteinkirche nach den Plänen des Architekten Josef Kleesattel erbaut, 1903 wurde der fertige Bau geweiht. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation entschloss sich die Gemeinde zur Umnutzung des Gebäudes. Die dreischiffige Kirche wurde 2007 profaniert, 2009 begann der Umbau zu einem Wohnhaus. Die sakrale Vergangenheit des Hauses bleibt auch nach dem Umbau sichtbar. Er wurde so gestaltet, dass alles bei Bedarf wieder rückgängig gemacht werden kann. Offiziell eingeweiht wird die Wohnkirche am Freitag, 16. September.

www.denkmalentwicklung.de

 


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 19.09.2011

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