Kirche in der Region Mönchengladbach
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Sr. Placia Bielefeld OSB bei ihrem Vortrag auf dem Ordenstag in Mönchengladbach

Rund eine Stunde hielt Sr. Placida Bielefeld einen spannenden Vortrag zum Thema „Der Mächtige hat Großes an mir getan! Das Magnificat, ein Lied des Glaubens und der Erwählung“.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 31/2011

Was das Magnificat zu sagen hat

Mönchengladbach war Gastgeber des diesjährigen Ordenstags der Diözese Aachen

250 Ordensfrauen und -männer sind auf Einladung der Diözese Aachen nach Mönchengladbach gekommen. Beim Ordenstag diskutierten sie im Forum der Bischöflichen Marienschule über die Bedeutung des Magnificat für die eigene Berufung und den Glauben.

Im Zentrum stand ein Vortrag von Sr. Placida Bielefeld OSB von der Abtei Mariendonk.

 Ein bisschen aufgeregt war sie schon vor ihrem Vortrag. Aber dann hat Sr. Placida Bielefeld von der Abtei Mariendonk ihre Sache so gut gemeistert, dass ihr das Auditorium eine Stunde ganz gebannt und aufmerksam zuhörte. So mancher Zuhörer hat einen Block hervorgeholt, um sich einige Notizen zu machen.

Das Magnificat steht im 1. Kapitel des Lukasevangeliums (Luk 1,48–55). Es ist der Antwortgesang Marias auf den Gruß Elisabeths „Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ“ (Luk 1,43). „Im Magnificat bekundet Maria ihren Glauben an das Wort, das Gott an sie gerichtet hat, in jubelnder Freude“, leitete Sr. Placida Bielefeld ihren Vortrag ein. Maria bezeichne sich als Dienerin. „Es geht hier um die Gegenüberstellung: Groß und klein, hoch und niedrig, Herr und Magd“, sagte die Ordensfrau. „Aber Maria fühlt sich nicht erniedrigt. Sie ist sich ihrer Stellung bewusst.“

Von der Person Marias geht es in der zweiten Strophe des Magnificats über zu dem Verhältnis der Menschen zu Gott und umgekehrt. „Im Alten Testament ist das Erbarmen Gottes eines der wichtigsten Worte, mit der die Beziehung des Menschen zu Gott zum Ausdruck gebracht wird“, sagte Sr. Placida Bielefeld. „Wenn es um das Erbarmen Gottes geht, was steht dann auf der anderen Seite des Menschen? Sicher nicht Glück und Macht, sondern Leid, Sünde und Elend.“ Die Heilige Schrift stelle eine Diagnose, warum das so ist. „Sie sagt, dass die Menschen Gott vergessen haben“, führte die Rednerin aus. „Die Vertreibung aus dem Paradies ist die Wurzel allen Elends.“ Das Erbarmen Got-tes habe das Ziel, die Menschen wieder zusammenzuführen.

Im Magnificat werde aufgezeigt, wie Gottes Erbarmen jeden Tag neu ist und dass die Furcht, die so oft beschrieben wird, nicht im Sinne von Angst zu verstehen sei. Im Vortrag wurde klar, dass sie vielmehr ein Ausdruck von Unsicherheit sei, ob man den Anforderungen Gottes genügen könne. Dass die Beziehung zu Gott immer wieder neu erarbeitet werden muss, wurde in den zahlreichen Gesprächen und Diskussionen am Rande des Ordenstags deutlich.

Wie verschieden sich diese Arbeit gestalten kann, zeigte sich bei den Besichtigungen des Treffs am Kapellchen (TaK), in dem die Steyler Missionsschwestern vielfältige Hilfen für Langzeitarbeitslose anbieten, des Klosters Neuwerk mit den Salvatorianerinnen, langjährige Trägerinnen des Neuwerker Krankenhauses „Maria von den Aposteln“, sowie des Münsters St. Vitus, der ehemaligen Benediktinerabtei, die der Ursprung der Stadt war.

 

Info

Im Bistum Aachen gibt es 800 Ordensfrauen, die in 42 verschiedenen Gemeinschaften in 83 Niederlassungen leben. Davon leben 115 in Klausur. Ordensmänner gibt es 141, davon sind 95 Priester. Sie leben in 16 verschiedenen Gemeinschaften in 19 Niederlassungen.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 03.08.2011

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