Kirche in der Region Mönchengladbach
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Familienberatungsstelle Mönchengladbach: Wunschzettelschreiben bringt Familie zusammen

Glitzernder Weihnachtsbaum und viele Geschenke: Advent und Weihnachten haben Wertvolleres zu bieten als Konsum.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 50/2015

Vom Zauber der Vorweihnachtszeit

Für Eltern und Kinder sind die Tage vor dem Fest wertvoll – wenn sie richtig genutzt werden

Weihnachten ist die Zeit des Wünschens und Wartens. In vielen Familien ist es seit Generationen Brauch, Wunschzettel zu schreiben. Nicht nur für Kinder ist das ein wichtiges Ritual. Auch Eltern haben etwas davon, sagt Monika Spiertz von der Familienbildungsstätte (FBS).

All das Glitzern und Blinken in den Einkaufsstraßen, dazu der Klangteppich endloser Musikschleifen, die schwungvoll „Jingle Bells“ in die Welt tönen: Man kann fast vergessen, dass der Geist der Weihnacht gar nichts mit Konsum zu tun hat. Da Ruhe zu finden, ist nicht immer einfach. Das Ritual des Wunschzettelschreibens aber bietet Gelegenheit dazu. „Viele Familien nutzen dieses Ritual, um die Weihnachtszeit vorzubereiten“, sagt Monika Spiertz, pädagogische Mitarbeiterin der Familienbildungsstätte Mönchengladbach. „Es ist die Chance, sich einander zuzuwenden, und für Eltern die Gelegenheit, zu sehen, wie die Befindlichkeit ihres Kindes ist.“

Spiertz plädiert deshalb dafür, Wunschzettel gemeinsam zu schreiben. Denn gerade die Adventszeit berge die Chance, sich einander zuzuwenden und miteinander ins Gespräch zu kommen, sagt Spiertz. „Weihnachten wird ja zu einem Fest der Tiefe, Wärme und Geborgenheit durch emotionale Zustände und nicht durch Sachwerte.“ Dass zwar die Hoffnung auf Erlösung und einen Neuanfang mit der Geburt Christi verbunden sind, nicht aber zwangsläufig störungsfreie Harmonie dazugehört, lernen die Kinder dabei. Denn auch die Geschichte der Geburt Jesu mit der umständlichen Reise der hochschwangeren Maria zur Volkszählung, der vergeblichen Herbergssuche, der Geburt im Stall und der Flucht vor der Verfolgung durch Herodes ist nicht die Geschichte der ungetrübten Harmonie, wohl aber der Freude und Hoffnung.

Deshalb sind auch unerfüllbare Wünsche auf dem Zettel kein Grund für Dramen. „Die meisten Eltern sehen ihre Aufgabe darin, ihre Kinder auf das Leben vorzubereiten“, sagt Spiertz. „Es läuft nicht immer so, wie wir uns das wünschen.“ Das gilt vor allem, wenn die Kinderwünsche keine Konsumwünsche sind, zum Beispiel nach der Trennung der Eltern. „Aber man kann schauen: Was geht denn für das Kind?“, sagt Spiertz. „Die Eltern bleiben ja weiter Eltern. Wichtig ist, dass das Kind spürt, dass da Respekt vor seiner Liebe ist.“


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 09.12.2015

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