Kirche in der Region Mönchengladbach
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Ein Beschäftigter des Volksvereins Mönchengladbach fertigt einen Nistkasten an

Um den Verkauf der Nistkästen und Bienenbeuten anzukurbeln, wird die Kooperation mit dem Naturschutzbund verstärkt.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 36/2012

Volksverein im Minus

Neue Struktur und neue Geschäftsfelder sollen die Wende bringen

Mit einem Defizit von 140222,95 Euro schloss der Volksverein das Geschäftsjahr 2011 ab. Der Verlust ist damit sogar um knapp 12000 Euro höher als 2010. Das muss anders werden: Nach einer betriebswirtschaftlichen Potenzialanalyse macht sich der Volksverein auf, neue Einnahmequellen zu erschließen.

Vor allem die Streichung staatlicher Zuschüsse hat den Volksverein in diese Situation gebracht. Von gut 1,3 Millionen Euro in 2010 sind die staatlichen Zuwendungen auf 865000 Euro zusammengestrichen worden. Und 2010 werden die Einnahmen aus öffentlichen Zuschüssen weiter schrumpfen. „Insgesamt ist eine lineare Kürzung auf 45 Prozent vorgesehen“, sagt Volksvereins-Geschäftsführer Hermann-Josef Kronen. „Dabei müssen wir nicht nur mit den Kürzungen kämpfen, auch die Kriterien für die Förderung von Maßnahmen haben sich geändert.“ So habe es früher eine Förderung für die sozialpädagogische Begleitung sowie spezielle Bildungsangebote für jugendliche Arbeitslose gegeben. „Das gibt es heute nicht mehr“, bedauert Kronen. Auch mussten wegen der fehlenden Zuschüsse Arbeitsplätze gestrichen werden. Befristete Verträge liefen aus und wurden nicht verlängert, im Bereich Produktmarketing musste ein Mitarbeiter gekündigt werden. Insgesamt wurden so sechs Personalstellen aufgegeben.

 

Die Bereiche Beratung und Bildung müssen anders finanziert werden

Die Bereiche Beratung und Bildung will der Volksverein trotz der finanziellen Schwierigkeiten nicht aufgeben. Deshalb hat er sich im vergangenen Jahr aufgemacht, seine Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und neue Märkte zu erschließen. „Wir haben eine durch das Land NRW geförderte Potenzialberatung genutzt“, sagt Wilfried Reiners, Geschäftsführer des Volksvereins. „Alle Bereiche wurden durchleuchtet.“. In der Folge wurden die Preise für das vielfach prämierte Rapsöl erhöht. „Dank des großen Engagements eines Ehrenamtlichen ist es gelungen, einige Großkunden wieder zu gewinnen“, sagt Kronen. So fielen die Preissteigerungen nicht so hoch aus, wie zunächst befürchtet.

Gut angenommen werden die Läden mit Kleidung aus zweiter Hand, gebrauchten Möbeln und Haushaltsgegenständen in Geistenbeck, Eicken, Rheindahlen und Waldhausen. „Der Kinderladen in Rheydt war ein neues Experiment“, sagt Reiners. „Die Kundenfrequenz muss allerdings höher werden. Er ist noch nicht so bekannt. Aber auch in Waldhausen haben wir ein Jahr gebraucht, bis der Laden richtig angenommen wurde.“

Das größte Pfund, mit dem der Volksverein wuchern kann, ist die Holzwerkstatt. Wo bisher Spielzeuge, Holzvögel für Schützenfeste und Nistkästen gebaut wurden, sollen in Zukunft maßgefertigte Möbel geschreinert werden. „Seit August sind wir Mitglied bei der Handwerkskammer Düsseldorf“, sagt Kronen. So steht dem Volksverein auch offen, für Privatkunden zu arbeiten statt wie bisher nur für gemeinnützige Organisationen. Der Volksverein sieht seine Chance in der Nisesch: Kleine Messestänbde und Möbelbau für kleinere Unternehmen.

„Um die Aufträge professionell abarbeiten zu können, brauchen wir Fachkräfte“, betont Reiners. „Deshalb wollen wir zwei langzeitarbeitslose Tischler einstellen.“ Auch in anderen Arbeitsbereichen soll das Angebot ausgebaut werden. Zwei Schulkioske betreibt der Volksverein an den Gesamtschulen Mülfort und Volksgarten. „Dort bieten wir gesundes Frühstück für die Schüler an“, sagt Reiners. Im Laufe diesen Jahres soll ein dritter Schulkiosk am Berufskolleg in Mülfort dazu kommen.

Die Umstrukturierungen sind damit allerdings noch nicht abgeschlossen. „Wir müssen lernen, betriebswirtschaftlich genauer hinzugucken und Fakten sprechen zu lassen“, sagt Reiners. Der Volksverein steht nun vor der Herausforderung, sich auf dem freien Markt als Unternehmen zu behaupten ohne seine Werte und seine Arbeit für die Arbeitslosen zu verraten. Darin liege auch eine Chance, glauben die Verantwortlichen. „Wenn wir es am Markt schaffen, beweisen wir, dass unsere Klienten leistungsfähig sind und in den Betrieben bestehen können“, sagt Kronen.

Dabei spielen Kooperationen eine große Rolle. „Bei größeren Aufträgen arbeiten wir mit anderen Unternehmen zusammen“, sagt Kronen. Jetzt gelte es, stärker in die Kundenakquise einzusteigen. Das gilt auch für den in diesem Jahr angelaufenen Online-Shop Aviami. Dafür wird der Volksverein in den kommenden Wochen mit dem Naturschutzbund (NABU) zusammen auf verschiedenen Veranstaltungen präsent sein.

 

Für die Werbung des Volksvereins wurden sogar die Messer gewetzt

Für das jüngste Projekt wurden die Messer gewetzt. Die Mönchengladbacher Krimi-Autorin Jutta Profijt hat Kollegen wie Thomas Hoeps, Arnold Küsters, Rebecca Gablé sowie Köche aus der Region animiert, ihre Lieblingsrezepte zu verraten und für den Kalender „Mörderisch lecker“ zu kochen. Bildlich in Szene gesetzt wurden sie dabei von den Pressefotografen Detlef Ilgner, Isabella Raupold, Markus Rick und Hans-Peter Reichartz. Der Kalender ist zum Preis von 10 Euro im regionalen Buchhandel und in den Läden des Volksvereins erhältlich.

www.volksverein.de

Spendenkonto: 120006 bei der Stadtsparkasse Mönchengladbach (BLZ 31050000)


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 07.09.2012

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