Kirche in der Region Mönchengladbach
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Labyrinth in der Citykirche Mönchegladbach

Rund 100 Meter misst der Weg ins Zentrum des Labyrinths. Das bietet Zeit, um über sein Leben nachzudenken.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 13/2014

Verschlungene Lebenswege

Während der Fastenzeit bietet die Citykirche Mönchengladbach ein begehbares Labyrinth an

Der direkte Weg zum Ziel ist niemals eine Kurve. Doch im Leben nützt diese Erkenntnis oft nichts. Der Weg zum Ziel macht Umwege, führt in eine andere Richtung und wieder zurück.

In der Citykirche hilft ein Labyrinth, sich das klar zu machen und neue Wege zu finden. In geordneten Bahnen schlängelt sich das beige Band durch den Raum, um die Säulen herum, um dann irgendwann in der Mitte zu enden. Knoten durchbrechen den Lauf, alte Wanderschuhe, ein Wasserschlauch und Rucksäcke säumen den Weg. Für die Fastenzeit hat der Wegberger Künstler Norbert Kostka in der Citykirche ein Labyrinth auf dem Boden skizziert. Wer das Labyrinth betritt, muss an einem Korb mit Steinen und einem Beutel mit kleinen Papierrollen vorbei. Ersterer symbolisiert die Last des Lebens.

Jeder Besucher darf sich daraus einen Kieselstein nehmen, den er mit auf seinen Weg nimmt. Im Zentrum des Labyrinths befindet sich ein Glasbehälter, in den man den Stein legen kann. Ein Symbol, sich vom Ballast des Alltags zu befreien. Die Papierrollen beinhalten Sinnsprüche berühmter Dichter und Denker. Sie sollen dem Wanderer durch den Alltag helfen, ihn zum Nachdenken anregen. Der Weg, der von rund 100 Metern beigefarbener Stoffbahnen vorgezeichnet ist, hat etwas Mystisches. Die Frühlingssonne fällt durch die Fenster und malt bunte Lichtspiele auf die Bahnen. Im Zentrum leuchtet das dreidimensionale Kreuz in Rot und Gelb. Immer wieder kommt der Besucher an einen Wendepunkt, der hellgelb markiert ist.

 

Wendepunkte und Knoten wie im richtigen Leben

„So ist es auch im Leben“, sagt Annette Diesler vom Seelsorge-Team der Citykirche. Die Besucher sollen hier Gelegenheit haben, zur Ruhe zu kommen, über ihr Leben nachzudenken und mit dem kleinen Stein symbolisch Ballast abzuwerfen. Dafür ist im Zentrum des Labyrinths, direkt neben dem dreidimensionalen Kreuz, das große Glas aufgestellt worden. „In vielen Kirchen und Gemeinden nutzen Menschen so ein Labyrinth, um Antworten auf brennende Fragen zu finden, zu beten und zu meditieren“, sagt Cityseelsorger Hans-Willi Hauser. Auch der Gedanke des Pilgerns findet sich in dem Labyrinth wieder. Symbolisiert wird er durch typische Utensilien wie Rucksäcke, Wanderschuhe oder einen Wasserschlauch. Die Stoffbahnen, die den Weg säumen, sind durch Knoten miteinander verbunden. Auch das ist ein Symbol für die Hürden, die das Leben manches Mal bietet. Wer sich befreien will, muss den Knoten lösen, ihn überwinden.

 

Alleine oder in einer Gruppe den Weg gehen

Wer will, kann sich alleine auf den Weg machen. Aber es werden nach Terminvereinbarung auch Führungen angeboten, bei denen die Besucher etwas über die Gedanken und Motive des Künstlers Norbert Kostka zu dem Labyrinth erfahren. Am Donnerstag, 3. April, lädt das Seelsorger-Team der Citykirche zu einem Filmabend zum Thema Labyrinth ins Lesecafé gegenüber der Kirche ein. Bis zum 10. April wird das Labyrinth noch in der Citykirche zu begehen sein. Dann wird es wieder abgebaut, um Platz für das Theater zu machen. Denn am Samstag, 12. April, ist die Citykirche Schauplatz für das Mysterienspiel „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal. In einem Gastspiel bringt das Ensemble des Landestheaters Detmold das Stück vom Sterben des reichen Mannes im Kirchenraum auf die Bühne. Karten kosten 15 Euro und sind im Lesecafé, Kirchplatz 12, sowie in den Buchhandlungen Degenhardt, Friedrichstraße 14, und prolibri, Schillerstraße 22-24, erhältlich. Weitere Infos sind unter www.citykirche-mg.de abrufbar.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 28.03.2014

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