Kirche in der Region Mönchengladbach
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Pfarrer Heinz-Josef Biste hat die Pfarre Neuwerk übernommen.

Heinz-Josef Biste.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 14/2013

Teilnehmen und gestalten

Heinz-Josef Biste ist neuer Pfarrer in Neuwerk

Vier Jahre war das Pfarrhaus in Neuwerk unbewohnt. Im Januar packte Heinz-Josef Biste in direkter Nachbarschaft zum Kloster seine Umzugskisten aus. Der 64-Jährige übernahm die Leitung der Pfarre „Maria von den Aposteln“. Damit endet die Zeit ohne leitenden Geistlichen.

Heinz-Josef Biste fühlt sich sichtlich wohl. Die Wände des Pfarrhauses sind mit Fotos geschmückt, die Teile seines Lebens erzählen. Im Wohnzimmer ist das Hochzeitsfoto der Eltern, umrahmt von Bildern der Familie, die an Geburtstagen und besonderen Hochzeitstagen der Eltern gemacht wurden. Im Flur und am Treppenaufgang hängen die Erinnerungen an Gemeinden, in denen der 64-Jährige bisher tätig war. Zu jedem Foto gibt es eine Geschichte. Sogar ein Stück Kirchenmauer hat Biste in seinem Haus. Ein Abschiedsgeschenk, das ihn nun schon viele Jahre begleitet.


Beeinflusst vom Zweiten Vatikanischen Konzil

„Nach 35 Jahren hat es mich wieder zurück an den Niederrhein gezogen“, sagt Biste. Geboren 1948 in Anrath, kennt er den Osten Gladbachs noch aus seiner Jugendzeit. „Ich wollte wieder in die Nähe meiner Familie.“ Aber auch die Mentalität der Niederrheiner hat er vermisst. „Ich habe 27 Jahre Eifeler, Dürener und den Kölschen Klüngel kennengelernt“, sagt er. „Aber der Niederrheiner ist mir der Liebste.“ Denn in dessen Zentrum stände die Hilfsbereitschaft. „Wenn man hier sagt ,Ich hab da mal ne Frage‘, dann klingelt es am nächsten Tag an der Tür und fünf Menschen stehen davor, um zu helfen“, ist Bistes Erfahrung.
Die vier Jahre ohne leitenden Priester haben die Gemeinde stark und selbstständig gemacht. „Wenn ich sehe, wie hier mitgemacht wird, wie Gottesdienste gemeinsam vorbereitet werden, das habe ich so noch nicht erlebt“, staunt Biste. Er begrüßt es, dass sich in der Pfarrei eine Eigendynamik entwickelt hat, die Menschen ihre Ideen selbstbewusst einbringen. „Das ist ein Stück gelebtes Konzil“, sagt er. „Wenn Kirche nicht so Kleriker-zentriert ist, ist das gut.“
Er selbst gehöre zur Generation, die vom Zweiten Vatikanischen Konzil beeinflusst sei und nicht das Ziel habe, Pfarrherren zu sein, sagt er. Auch die Gemeinde solle an den Geschicken der Gemeinschaft tätig teilnehmen und sie gestalten. Heinz-Josef Biste hat Spaß daran, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, mit ihnen zu diskutieren – auch kontrovers, aber mit Respekt.“
Nach dem Abitur am Pius-Gymnasium in Aachen studierte er Theologie und Psychologie, machte eine Ausbildung zum Sozialpädagogen, bevor er Priester wurde. In seiner Freizeit geht Biste jeden Tag eine halbe Stunde spazieren, liebt Fahrradtouren und freut sich, wenn er mit seiner Kamera schöne Motive einfängt.   


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 04.04.2013

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