Kirche in der Region Mönchengladbach
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Zwei Niederländer diskutieren mit Jugendlichen aus Mönchenglabdach, wie die Welt besser werden kann

Teun Meulepas (l.) im Gespräch mit den Jugendlichen, die ihre Vorstellungen von einer besseren Welt formulieren.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 10/2015

Strampeln für den Weltfrieden

Auf ihrer Welt-Fahrradtour bringen zwei Niederländer Jugendliche grenzübergreifend ins Gespräch

Die Schöpfung zu bewahren und zu hegen, ist einer der christlichen Aufträge. Dazu gehören auch die Lebensbedingungen der Menschen weltweit. Im Jukomm, der Jugendkooperation Mönchengladbach-Mitte, haben sich Jugendliche überlegt, wie das funktionieren könnte.

Mönchengladbach ist die erste Station der beiden Niederländer Jilt van Schayik und Teun Meulepas. Die beiden haben sich auf den Weg gemacht, per Fahrrad von Amsterdam nach Kapstadt zu fahren. Aber es ist nicht der sportliche Ehrgeiz, der die beiden jungen Männer antreibt. Sie wollen auf ihrer Tour Jugendliche miteinander über die Grenzen hinaus ins Gespräch bringen: Was treibt sie an? Was ist ihnen wichtig, damit die Welt auch morgen noch lebenswert ist? Und zwar für möglichst alle Menschen auf diesem Planeten. „Building Bridges“ haben van Schayik und Meulepas ihr Projekt genannt: Brücken bauen.

Ziel des Projekts ist es nicht nur, Jugendliche zum Nachdenken anzuregen, sondern auch, ihnen eine Stimme zu geben. Die Aussagen, Eindrücke und formulierten Wünsche nehmen die Brückenbauer mit. Über die Jugenddeligierten zur Generalversammlung der Vereinten Nationen sollen die Wünsche, Vorschläge und formulierten Ängste der Jugendlichen zu den politischen Entscheidern gebracht werden. Damit sich die Jugendlichen weltweit untereinander austauschen können, berichtet das Duo von seiner Reise via Facebook. So soll mit jedem Kilometer und mit jeder Station ein dichtes Netzwerk entstehen.


Die Ziele aus anderer Perspektive sehen

Ausgangspunkt des Projekts sind die acht Milleniumsentwicklungsziele der Weltgemeinschaft (Millenium Development Goals, MDGs), darunter die Halbierung der Zahl der weltweit in Armut lebenden Menschen, Hungerbekämpfung sowie Bildung für Kinder, ökologische Nachhaltigkeit und eine bessere Gesundheitversorgung für Mütter und Kinder. Diese Ziele wurden vor 15 Jahren festgelegt, in diesem Jahr wird Bilanz gezogen, und neue Ziele sollen festgelegt werden. „Wir wollen mit unserer Tour die Ziele aus einer anderen Perspektive ansehen“, erklären Jilt van Schayik und Teun Meulepas bei ihrem Besuch im Jukomm. Die Jugendkooperation Jukomm ist eine Initiative der katholischen Gemeinde St. Vitus, der evangelischen Christusgemeinde und der Stadt Mönchengladbach. In einem Vortrag stellen die beiden Rad-Sportler ihre Mission und die Ziele der Weltgemeinschaft vor.

Dann sind die rund 25 Mädchen und Jungen im Jukomm selbst am Zug: In Gruppen aufgeteilt, machen sie sich Gedanken, was ihnen in Bezug auf die Umwelt und die Rahmenbedingungen ihrer eigenen Zukunft wichtig ist. Das Ergebnis mag überraschen: Vor allem Bildung steht bei den Jugendlichen als Basis für eine gute Zukunft ganz oben auf der Liste. Von Schul- und Lernmüdigkeit keine Spur. Das zeigt sich auch an den Vorträgen der Ergebnisse, die die Jugendlichen überwiegend in Englisch halten. An zweiter Stelle steht Diversity, die Pflege der Vielfalt in der Gesellschaft. Vor allem gegen Diskriminierung sprechen sich die Jugendlichen aus. Dabei distanzieren sie sich besonders von Pegida-Märschen und den wieder aufkeimenden antisemitischen Tendenzen in der Gesellschaft. Mit ihren Statements haben die Gladbacher Jugendlichen den ersten Brückenpfeiler für das weltweite Projekt gesetzt. Auf Facebook kann der Verlauf in den kommenden Monaten mitverfolgt werden.

www.facebook.com/buildingbridges2015


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 05.03.2015

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