Kirche in der Region Mönchengladbach
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Schwester Anna Damas bei einem Vortrag von Missio in Mönchengladbach

Sr. Anna Damas stellt ihre Arbeit in Vorträgen vor.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 41/2012

Neues Leben in Papua-Neuguinea

Die Steyler Missionsschwester Anna Damas berichtet, wie sich Aberglaube und Christentum finden

Bevor die Steyler Missionsschwester Anna Damas 2006 nach Papua-Neuguinea ging hat sie acht Jahre in Mönchengladbach garbeitet. Im Rahmen des Monats der Weltmission hat sie auf Einladung des Internationalen Katholischen Missionswerk Missio Gladbach wieder besucht.

In Vorträgen berichtete sie Spendern, Unterstützern, Kindern und Gottesdienstbesuchern von ihrer Arbeit in dem Inselstaat.

Als junge Ordensschwester habe sie immer gedacht, sie müsste sich den fremden Kulturen anpassen und in ihnen aufgehen, um gute Arbeit zu leisten. „Heute weiß ich, dass das gar nicht möglich ist“, sagt Sr. Anna Damas. Um diese Erkenntnis zu erlangen, musste sie nicht sehr alt werden. Die 46-Jährige wird bei ihrer Arbeit mit zwei unterschiedlichen Welten konfrontiert, zwischen denen sie täglich neu eine Brücke schlägt.

Obwohl der größte Teil der Menschen in Papua-Neuguinea einer christlichen Gemeinschaft angehört, ist der Glaube an Geister sehr präsent. „Ich kann nur erahnen, wie wichtig es ist, wenn die Welt voller Geister ist“, sagt Sr. Anna. „Es gibt einen sprechenden Stein, der ein Orakel ist. Die Menschen befragen den Stein, auf dem Weg dorthin aber beten sie den Rosenkranz.“ Es entstünden Mischformen der Religion. Eine Entwicklung, die der Glaube in Europa im Mittelalter ebenfalls habe durchmachen müssen.

 

Eine Welt, geprägt von Geistern und Dämonen

Aber die Inselbewohner seien am Glauben sehr interessiert. „Sie sind hungrig, mehr zu erfahren und ihren Glauben zu vertiefen“, sagt Sr. Anna Damas. Ein Weg dazu ist die Bibel. „Das Neue Testament steckt voller Geschichten mit Geistern und Dämonen. Da erkennen sich die Menschen in ihrem Weltbild wieder“, beobachtet die Ordensfrau. „Jesus hat die Dämonen besiegt. Die Menschen erkennen die christliche Botschaft: Wer Christ geworden ist, braucht sich vor Dämonen nicht mehr zu fürchten.“

Seit 2006 lebt und arbeitet die Steyler Missionsschwester in Papua-Neuguinea. Der Inselstaat, der aus rund 600 Inseln zwischen Äquator und Australien besteht, ist größer als Deutschland, Belgien und die Niederlande zusammen. Sr. Anna Damas bildet dort Katecheten aus. Über zwei Jahre hinweg erhalten diese in jeweils sechswöchigen Unterrichtsblöcken eine Grundlagen-Ausbildung in Theologie, Sozialarbeit, Medizin und Hygiene. Danach gehen sie wieder in ihre Dörfer zurück und arbeiten in den Gemeinden.

 

Dorfgemeinschaften feiern gemeinsam

Besonders für die entlegenen Gebiete ist der Einsatz von Katecheten wichtig. „Ein Priester hat ein sehr großes Gebiet, um das er sich kümmern muss“, sagt sie. „In Paderborn hat mir jemand erzählt, dass sie wegen der Einsparungsmaßnahmen nur noch drei Gottesdienste am Sonntag haben. In Neuguinea wären die Menschen froh, wenn sie drei im Jahr mit einem Priester hätten.“ Um ihren Glauben zu feiern, schließen sich Dorfgemeinschaften zusammen. Ein Aspekt, der Zuhörer in Gladbach sehr beeindruckt. „Hier wird auf höchstem Niveau geklagt“, sagt der Krefelder Hans-Joachim Scheffler (62) mit Blick auf die Veränderungen in den Gemeinden. „Aber sich selbst zu bewegen, ist auch eine schöne Sache.“


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 15.10.2012

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