Kirche in der Region Mönchengladbach
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Künstler Wolfgang Franken Mönchengladbach

Wolfgang Franken im Gespräch.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 48/2011

Kunst im religiösen Ambiente

Der Mönchengladbacher Wolfgang Franken schafft Werke für Kirchen, Klöster und Kapellen

Sein künstlerisches Credo ist der Dialog. Partner dabei sind Gestalten im Alten oder Neuen Testament, Heilige der christlichen Mythologie, aber auch Begegnungen mit Lebenden wie den Mönchen auf dem Berg Athos oder mit geistig Behinderten.

Begegnungen mit Tiefenwirkung, die den Künstler in Wolfgang Franken zum Nachdenken, zu innerer Einkehr und daraus folgernd zum „Entfalten“ bringen.

Der 62-jährige Franken lebt mit seiner Familie in einem 150 Jahre alten Fachwerkhaus, einer einstigen Handweberei, dann Bauernkate. Dunkle, liebevoll restaurierte Holzbalken, weiß gekalkte Wände, rustikale Mauernischen – eine Künstlerherberge, die zugleich Wohnraum, Werkstatt, Atelier, Meditationsstube und Galerie ist. Ikonen, Reliefs, Kollagen, Skulpturen an Wänden, in Regalen, auf Schränken und in Nischen sind wie eine Zeitreise durch die 40-jährige künstlerische Entwicklung von Wolfgang Franken.

Er ist Autodidakt. „Aber vielleicht ist mir das Talent schon in die Wiege gelegt und dann durch meine der Kunst zugewandten Mutter gefördert worden“, schmunzelt er. Die Weiterentwicklung hat damit begonnen, dass eine Schülerin von Kokoschka ihn 1969 mit der japanischen Glasmalkunst bekannt gemacht hat. Auseinandersetzungen mit den Texten des jüdischen Philosophen Martin Buber, Besuch des jüdischen Friedhofs in Worms, das Lesen der Bibel waren geistige Grundnahrung. Es folgte die Beschäftigung mit Werken der Theresa von Avila und Edith Stein. Ein Aufenthalt im Kloster auf dem Berg Athos und Reisen nach Rom formten weiter.

 

Erfahrungen aus der Arbeit mit geistig Behinderten

Beim Besuch in seinem Atelier brennen Kerzen, bietet Franken Tee an und, ganz selten geworden, Zeit. 24 Jahre leitete der zweifache Familienvater ein Altenheim, dann war er bis zu seinem beruflichen Ruhestand im November 2010 Bereichsleiter einer Behinderteneinrichtung. „Das Arbeiten mit den geistig Behinderten forderte Respekt vor deren Eigenleben und brachte mir überraschende Erfahrungen“, erinnert sich Franken.

Seine Arbeiten finden sich in katholischen Kapellen und evangelischen Kirchen Mönchengladbachs, aber auch im Kloster der Aachener Schervierschwestern und in Haus Berg in Hückelhoven. Ausstellungen im Aachener Dom, dem Mönchengladbacher Münster, dem Kölner Maternushaus, in der Abtei Langwaden oder in Schloss Rheydt sind nur einige Stationen auf dem künstlerischen Lebensweg des Autodidakten.

Heute ist kein Material mehr vor dem Künstler sicher. Als eine Holzlieferung für den Kaminofen eintraf, fand Franken etliche Scheite viel zu schade zum Verbrennen. Es entstand der jüngste Zyklus „Entfaltete Materie“. Das Baumholz spornte seine Fantasie an und brachte sie „zur Entfaltung“.

In Galerien sucht man seine Werke vergebens. „Ihrer Intention entsprechend finden sie nur in Klöstern, Kirchen oder ähnlichen Einrichtungen das richtige Ambiente“, betont Franken. „Vielen fehlt in der heutigen immer säkularer werdenden Zeit das Grundwissen zu einer ,echten Begegnung‘“, bedauert er. Aber das hindert ihn nicht, sich „fallen zu lassen in die Kunst“.

 


Von Hildegard Kremer

Veröffentlicht am 28.11.2011

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