Kirche in der Region Mönchengladbach
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Teilnehmende am Kunstnachmittag

Maria Russmann-Schmitz (l.) und Nora Nientker machen Kindern und Jugendlichen verschiedene Angebote. Auch der Kunstnachmittag „Trash-Art“ gehört dazu.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 45/2012

Kunst aus Alltagsmüll

Jugendtreff St. Marien macht bei der Kampagne „Hier bin ich“ mit

Der Rumpf war in seinem früheren Dasein zwei Dosen für Lakritze und Gummibärchen. Die Weste besteht aus Kronkorken, die kurzen Beine waren einmal Saftflaschen, der Kopf besteht aus zwei Dosendeckeln.

Beim Kunstnachmittag „Trash-Art“ im Jugendtreff wird aus dem Müll der Konsumgesellschaft Kunst.

Der Tresen der Theke im Jugendtreff St. Marien ist übersät von Müll. Pralinenschachteln, Saftflaschen, Dosen, Kronkorken, Papprollen, Folien: Alles, was eine Konsumgesellschaft so wegwirft, wenn der Inhalt nicht mehr gebraucht wird oder verzehrt ist. Maria Russmann- Schmitz, Leiterin des Jugendtreffs, und ihre Mitarbeiterin Nora Nientker (22), Auszubildende zur Erzieherin, bieten den Kunstnachmittag „Trash-Art“ an. Mit dem Nachmittag nehmen sie an der Kampagne „Hier bin ich“ der Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder- und Jugendarbeit NRW teil.

„Wir machen für die Kinder und Jugendlichen immer wieder samstags Angebote, ganz unabhängig von der Kampagne“, sagt Russmann-Schmitz. „Aber das ist auch eine Gelegenheit, mal zu zeigen, dass es uns gibt.“

 

110 Besucher zählt der Jugendtreff pro Tag

Durschnittlich 110 Besucher zählt der Jugendtreff an der Odenkirchener Straße täglich. Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sowie Jugendliche zwischen 13 Jahren und Anfang 20. Seit 1998 arbeitet Russmann-Schmitz mit den Kindern und Jugendlichen. Drei hauptamtliche Mitarbeiter plus Honorarkräfte kümmern sich um die jungen Besucher.

Die sehen sich mittlerweile so manchem Vorurteil gegenüber. Der nahe gelegene Platz vor der Marienkirche gilt vielen als sozialer Brennpunkt, in den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu Vandalismus an und in der Kirche gekommen.

 

Hausaufgaben und Mittag für Schulkinder

„Einige der Kinder und Jugendlichen kommen sicher auch aus schwierigen Verhältnissen, aber sie haben alle die gleichen Probleme wie andere

Jugendliche auch“, sagt die Pädagogin. „Die einen mehr, die anderen weniger.“ Differenzen mit den Eltern, Schulprobleme, schwierige Hausaufgaben, die erste unglückliche Liebe: Das sind die Themen, die viele bewegen.

Für Schulkinder wird eine Hausaufgabenbetreuung mit Mittagessen angeboten, ältere Jugendliche bekommen Hilfen bei Bewerbungen und dem Umgang mit Ämtern. „Ich habe hier Freunde gefunden“, sagt Angelo. Der 15-Jährige ist schwerhörig. Er kommt regelmäßig, um sich hier mit anderen zu treffen.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 09.11.2012

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