Kirche in der Region Mönchengladbach
http://kirche-in-der-region-mg.kibac.de/nachrichtenansicht?mode=detail&action=details&siteid=1030266&type=news&nodeid=8c6f46f6-2c0c-4c55-ad55-a1d695ee42bd
 
 
15 Frauen und Männer aus dem Raum Mönchengladbach haben unterstützt durch SKM und das Katholische Forum eine Ausbildung zum Kulturdolmetscher gemacht.

15 Frauen und Männer haben nach ihrer Ausbildung die Zertifikate zum Kulturdolmetscher erhalten.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 24/2012

Kulturunterschiede überbrücken

In Mönchengladbach helfen 15 Kulturdolmetscher Migranten, Alltagssituationen besser zu verstehen

Trotz allen Bemühens um Verständnis und Integration gibt es immer wieder Missverständnisse zwischen Migranten und Repäsentanten deutscher Behörden, Schulen und anderen Einrichtungen.

Der Katholische Verein für Soziale Dienste (SKM) und das Katholische Forum für Erwachsenenbildung haben 15 ehrenamtliche „Kulturdolmetscher“ ausgebildet, die in diesen Fällen helfen.

Es sind manchmal nur Kleinigkeiten in der deutschen Sprache, die sich für Migranten zu fast unüberwindbaren Hindernissen auftürmen. „Das Wort ,gehen‘ kennt jeder Mensch mit Migrationshintergrund, aber bei ,überschreiten‘ wissen viele nicht, was das bedeutet“, nennt Inge Raken ein Beispiel. Die 68-Jährige ist eine der 15 ehrenamtlichen „Kulturdolmetscher“, die vom SKM und dem Katholischen Forum für Erwachsenenbildung ausgebildet wurden. Die Männer und Frauen übersetzen für ihre Klienten Briefe, begleiten sie zu Behörden, Gesprächen in Schulen und bei Anwälten.

In einem Zeitungsartikel hat Inge Raken von dem Projekt gelesen. „Meine Stärke ist mein Durchsetzungsvermögen, ich lasse mich nicht abwimmeln“, sagt sie. „Das wollte ich einbringen und jemandem damit helfen.“ Seit drei Monaten trifft sie sich regelmäßig mit einer jungen Afrikanerin, die in Deutschland beruflich Fuß fassen will. Raken hat ihr geholfen, sich auf die Abschlussprüfungen bei ihrer Ausbildung vorzubereiten, und begleitet sie nun dabei, eine Stelle zu finden.

 

Vom Elterngespräch bis zur längeren Begleitung

„Ich bin ein neugieriger Mensch und lerne durch das Engagement auch viel“, sagt Raken. „Die Sprache bekommt für mich noch einmal eine ganz andere Bedeutung.“ Dabei achtet sie darauf, dass sie eine professionelle Distanz zu ihrer Klientin wahrt. „Man darf nie vergessen, dass sie ein Ziel erreichen will“, sagt Raken.

So bunt wie die Kulturen der Welt, so unterschiedlich sind auch die Voraussetzungen, die die Kulturdolmetscher mitbringen. Zur Vor- bereitung haben die Ehrenamtlichen einen Kurs mit vier Modulen besucht. Darin wurden Themen wie Eigenschaften und Unterschiede von Kulturen, Hintergründe und Schwierigkeiten der Migration, gesetzliche Grundlagen, Fragen zu sozialen Strukturen und Basiskompetenzen wie Mediation und Gesprächsführung sowie der Umgang mit der eigenen Helferrolle behandelt.

„Manchmal geht es nur um ein Elterngespräch mit Lehrern, bei dem es Verständigungsprobleme gibt“, sagt Maria Nickel, Projekt-Koordinatorin beim SKM, zu den Aufgaben. Neben weltinteressierten Ehrenamtlichen wie Inge Raken gibt es unter den Kulturdolmetschern auch solche, die einen anderen kulturellen Hintergrund oder in eine ausländische Familie geheiratet haben.

Info bei Maria Nickel unter Telefon 02166/1309743.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 15.06.2012

Test