Kirche in der Region Mönchengladbach
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Die Setzkastenausstellung der KAB  eröffnete in der Mönchengladbacher Citykirche

Die Setzkästen sind nicht nur schön anzuschauen, sondern sie animieren auch die Besucher zu angeregten Diskussionen.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 37/2014

Kritische Fragen aus dem Setzkasten

Citykirche zeigte eine bunte Ausstellung mit ernstem Hintergrund

In einer breit angelegten Fragebogen-Aktion wollte die Katholische Arbeiternehmer Bewegung (KAB) in der Diözese Aachen 2011 wissen, welche Themen die Menschen bewegen. In der Folge haben verschiedene KAB-Gruppen im Bistum ihre Themen in Setzkästen dargestellt.

Die Citykirche Mönchengaldbach zeigte in einer Ausstellung 17 der insgesamt 64 Arbeiten, die zum Nachdenken und Diskutieren anregten. Die lila Schere geht weit auseinander: Links wird die Armut dargestellt als Kind, das aus einer Abfalltonne eine Pfandflasche zieht. Rechts symbolisieren ein 50-Euro-Schein und eine teure Gesichtscreme den Reichtum. Wie kann man diese Schere wieder schließen? Klappt man die Türen des Setzkastens auf, gibt die KAB-Gruppe von St. Anna Mönchengladbach-Windberg ihre Antwort auf diese Frage: Das bedingungslose Grundeinkommen. Armut, Ungerechtigkeit bei der Rente, Ausbeutung in der Arbeitswelt, Arbeitslosigkeit, der Umgang mit Lebensmitteln oder Nachhaltigkeit: Die Themen, die die KAB-Gruppen aus den Regionen Mönchengladbach, Heinsberg, Viersen und Krefeld in ihren Setzkästen dargestellt haben, sind vielseitig.

In 17 Setzkästen haben sie in Bildern Fragen gestellt und Antworten gesucht. „Ideen aus dem (Setz-)Kasten“ heißt die Ausstellung, die vergangene Woche in der Citykirche gezeigt wurde. Die gezeigten Arbeiten waren eine Auswahl aus den insgesamt 64 Kästen, die im Rahmen der KAB-Kampagne „Neues sozial denken“ in KAB-Gruppen der gesamten Diözese gefertigt wurden. „Die Kästen wurden zum ersten Mal beim Diözesantag im Juni 2013 in Wassenberg gezeigt“, berichtet Günter Weber, KAB-Sekretär des Zentrums Krefeld. Seitdem werden die Kästen im Tresorraum eines ehemaligen Bankhauses in Herzogenrath gelagert und für Ausstellungen ausgeliehen. „Wir haben uns in dieser Ausstellung auf Arbeiten der Mönchengladbacher Gruppen sowie aus den Regionen Heinsberg, Viersen und Krefeld konzentriert“, sagt Annette Diesler von der Citykirche Mönchengladbach. Zusammen mit der KAB und dem Katholikenrat hat die Citykirche die Ausstellung nach Gladbach geholt. „Die Themen in den Setzkästen sind nicht nur KAB-Themen, sondern Themen, die wir auch im Katholikenrat immer wieder behandeln“, ist Ralf Zanders, Katholikenrats-Geschäftsführer, aufgefallen.

 

Besucher werden Teil des großen Sinnpuzzles in Duisburg

Für die Teilnehmer an der Aktion ging es darum, eine Stimme zu bekommen und die Sorgen und Befürchtungen, die ihnen auf den Nägeln brennen, auf die Agenda zu setzen. „Erst hatten wir eine Heidenangst davor“, erzählt Ilse Schmitter. Sie ist Mitglied des Teams 60plus. Das Team hat sich gleich vier Themen gewidmet und seinen Setzkasten entsprechend aufgeteilt. „Wir haben erstmal eine Liste darüber gemacht, was uns wichtig ist, und uns per Punktesystem für vier Bereiche entschieden“, sagt Schmitter. Die Anerkennung von Lebensleistung inklusive Familienarbeit und Ehrenämtern, das Grundeinkommen, die Erhaltung des arbeitsfreien Sonntags sowie die soziale Schere haben es schließlich in den Kasten geschafft.

Wer beim Ausstellungstitel „Ideen aus dem (Setz-)Kasten“ Lösungsansätze erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Aber das sei auch nicht das Ziel gewesen, sagt Ralf Zanders. „Es geht um die gedankliche Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen“, betont er. „Der erste Schritt sind viele Diskussionen im kleinen Rahmen. Dazu soll die Ausstellung anregen.“ Unter diesem Aspekt ist das Konzept aufgegangen. Bereits zur Eröffnung der Ausstellung gab es zahlreiche Gespräche vor den Setzkästen. Die Forderung des Kastens „Die kranke Waage der Un-Gerechtigkeit“ von St. Lambertus Erkelenz, dass jeder Mensch ein Recht auf Arbeit habe, wurde genauso diskutiert wie die Schattenseiten der Leiharbeit. Dabei nutzten die Besucher auch die Gelegenheit, eigene Themen in der Ausstellung zu setzen. Auf bereitliegenden Puzzle-Teilen schrieben sie ihre Gedanken nieder. Insgesamt werden im gesamten Bistum 35000 dieser Puzzleteile beschrieben. Sie sollen am 16. November bei der Jahresaktion „Sinnvoll leben“ in Duisburg zu einem großen Sinnpuzzle von rund 2000 Quadratmetern zusammengelegt werden.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 12.09.2014

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