Kirche in der Region Mönchengladbach
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Zwei Mönchengladbacher berichten über ihre Tätigkeit als Helfer bei der Lourdes-Wallfahrt

Von den 350 Pilgern der Krankenbruderschaft sind 125 wegen ihrer Krankheit oder Behinderung auf Hilfe angewiesen.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 10/2016

Kostbare Momente in Lourdes

340 Frauen und Männer aus dem Bistum Aachen pilgern mit der Krankenbruderschaft Rhein-Maas

Lourdes ist für viele Pilger ein Synonym für Heilung. Vor allem für kranke und behinderte Menschen ist die Wallfahrt ein Kraftspender. Mechthild und Gerd Lamers begleiten seit über 30 Jahren eine Gruppe der Krankenbruderschaft Rhein-Maas.

Alles begann im Krankenbett. 1977 wurde Mechthild Lamers selbst sehr krank. Bis zu ihrer vollständigen Genesung verging einige Zeit. „Meine Mutter kam an mein Bett und meinte einfach: ,So, jetzt fahre ich mit dir nach Lourdes“, erinnert sie sich. 1979 machten sich Mutter und Tochter auf den Weg, die Pilgerfahrt gab Mechthild Lamers Kraft für die Genesung. „1980 bin ich dann das erste Mal im Team mitgefahren“, erzählt sie.

Mit dem Team meint sie die 75 ehrenamtlichen Betreuer, Ärzte, Kranken- und Altenpfleger sowie die Geistlichen, die jedes Jahr mit der Krankenbruderschaft Rhein-Maas die Pilger nach Lourdes begleiten. 340 Frauen und Männer jeden Alters sind dabei, davon brauchen 125 aufgrund ihrer Erkrankung oder Behinderung eine kontinuierliche Versorgung. Ende der siebziger Jahre machten sich über 700 Pilger aus dem Bistum Aachen per Sonderzug auf den Weg. 1200 Kilometer legten sie jedes Jahr auf den Schienen zurück. Mechthild und Gerd Lamers, die beide in der GdG St. Peter West verwurzelt sind, haben sich früher der Mönchengladbacher Gruppe angeschlossen. Heute bildet das Bistum Aachen eine Gruppe.

 

Enormer logistischer Aufwand für das Team

Auch wenn die Zahl der Teilnehmer mit den Jahren geschrumpft ist: Der logistische Aufwand für die Pilgertour ist enorm. „Für den Aufenthalt in Lourdes sind Räume angemietet, das Essen wird für uns gekocht“, erzählt Gerd Lamers, „aber alles andere müssen wir selbst organisieren.“ Das ist mitunter eine große Herausforderung. Die Zugabteile sind alt und nicht klimatisiert. „Bei unserer letzten Fahrt herrschte eine so große Hitze, dass unsere gesamten Wasservorräte für die Hin- und Rückfahrt schon an der Grenze zu Frankreich aufgebraucht waren“, erinnert sich Gerd Lamers. Spontan mussten für die Gruppe 100 Liter Wasser in kleinen Flaschen organisiert werden.

Für das Begleiter-Team ist die Pilgerfahrt sehr anstrengend. Bereits um fünf Uhr morgens fängt ihr Tag an und endet erst gegen 22 Uhr – eine ganze Woche lang. Warum tun sie sich diese Strapaze an? Die Antwort findet sich in der Geschichte des behinderten jungen Mannes, der nicht sprechen konnte. „Er konnte nur Ja oder Nein ausdrücken“, berichtet Gerd Lamers. Er hat den jungen Rollstuhlfahrer während der Fahrt betreut. Am Ende der Fahrt verabschiedete sich der Mann mit einem Satz: „Danke, Gerd.“ Ein kostbarer Moment.

Die nächste Krankenwallfahrt nach Lourdes findet vom 4. bis 11. Juni statt. Informationen sind abrufbar unter www.krankenbruderschaft-rhein-maas.de.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 02.03.2016

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