Kirche in der Region Mönchengladbach
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Foto von einer maroden Kirchenmauer im Raum Mönchengladbach

Nicht nur durch das Mauerwerk kirchlicher Gebäude ziehen sich inzwischen feine Risse.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 42/2012

Kirche im Niedergang?

Generalvikariat lud Angestellte zur Situationsbetrachtung ein

Wie schlimm steht es wirklich um die Kirche? Bei einem Studientag zum Thema „Niedergang der Kirche“ machten sich darüber kirchliche Angestellte aus allen Regionen des Bistums in der Krefelder Stadtoase Gedanken.

Unter der Leitung von Manfred Körber, Abteilungsleiter im Generalvikariat, tauschten sie ihre Erfahrungen aus. „Die Kirche ist nicht mehr bei den Menschen, sie hat den Anschluss verschlafen“, stellten die Teilnehmer fest. In einer Zeit, die große Flexibilität und viele Abschiede von den Menschen erfordert, vertrete sie eine starre Ewigkeitsvorstellung. Sie gebe sich als Stabilitätsgarant, indem sie Werte, Lehre und Organisationsform verteidigt. Zwar gebe es in der Gesellschaft den Ruf nach Orientierung, doch werde der von der Kirche nur sehr undifferenziert beantwortet.

 

Die Gesellschaft ruft nacht Orientierung

Die Mitarbeiter sehen sich unter dem Druck, Kirche und Welt zu retten. Sie fühlen sich überfordert von dem Zwiespalt, konservative Erwartungen zu erfüllen und gleichzeitig Antworten zu bieten auf die Lebenswirklichkeit suchender Menschen. „Wie können wir die Wirkung unserer Botschaft nahebringen?“, fragte ein Gemeindereferent. „Wir sollten uns mehr um die kümmern, die verprellt wurden.“

Zu viel Energie werde in den Selbsterhalt der Institution gesteckt, zu wenig in die Frage nach deren Sinn. „Es ist eine Firma, die nicht mehr weiß, was sie der Welt sagen will“, formulierte ein Teilnehmer. Konfessionelle Kindergärten oder soziale Einrichtungen seien ausgelagert und nicht als Bestandteil einer Einheit wahrnehmbar. Kirche sei kein Lebensraum mehr, und das Christentum in Europa kein bewusstes Identitätsmerkmal mehr.

Die Tagungsteilnehmer empfanden es als entlastend, ihre berufliche Rolle zu überdenken und ihre Situation im Pastoralteam oder im Kontakt mit Gemeinde und Ehrenamtlern zu vergleichen. Viel Misstrauen und Schuldzuweisung sei aufgekommen, berichtete ein Pastoralreferent.

 

Die gewohnte Form hat keine Zukunft

Körber mahnte, nicht zu schnell vom Wandel zu sprechen. Zuerst müsse man sich klar werden, dass die gewohnte Form keine Zukunft hat, erst dann sei ein authentischer Neuanfang möglich.


Von Regina Kraus

Veröffentlicht am 24.10.2012

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