Kirche in der Region Mönchengladbach
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Begegnungszentrum der KHG Krefeld/Mönchengladbach eröffnet mit neuem Konzept

Hochschulseelsorger Matthias Hakes präsentiert das neue Logo des Zentrums..

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 06/2014

Im „Lakum“ treffen sich Studenten

Mit dem neuen Namen möchte das Hochschulzentrum einladend sein und mit Klischees aufräumen

Die Katholische Hochschulgemeinde hat ihren Einrichtungen an den Standorten Krefeld und Mönchengladbach einen neuen Namen gegeben. „Das hebräische Wort ,Lakum’ bedeutet aufstehen, lebendig sein, seinen Weg beginnen“, erklärt Hochschulseelsorger Matthias Hakes.

Der Grund für den Namenswechsel der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) ist durchaus wissenschaftlich untermauert: Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft hatte sich im vergangenen Jahr der Frage angenommen, warum von den rund 12000 Studenten der Fachhochschule Niederrhein (6500 in Mönchengladbach und 5500 in Krefeld) nur ein kleiner Prozentsatz den Weg in die beiden Einrichtungen findet. Eine repräsentative Umfrage bestätigte: Zwei Bestandteile des Namens lösten eher Abwehr aus: „katholisch“ und „Gemeinde“. „Einerseits wurde alles auf uns projiziert, was gerade Schlechtes über die Kirche zu hören war. Andererseits gab es die Vorstellung, dass wir nur für einen kleinen Kreis da sind, der sich der katholischen Kirche zugehörig fühlt“, berichtet der Krefelder Hochschulseelsorger Matthias Hakes.

Das jedoch ist nicht so gedacht: Der Studententreffpunkt, der mit einer Vollzeitstelle des Hochschulseelsorgers ausgestattet ist, soll allen Studenten Raum zur Begegnung, zum gemeinsamen Lernen und auch zur Orientierung in persönlichen Fragen bieten. Handzettel und die Nutzung sozialer Netzwerke änderten nicht viel am Bekanntheitsgrad der tatsächlichen Angebote. Auch der Schriftzug „Lese-Lern-Café“ im Fenster der Einrichtung reichte nicht aus. Er sollte betonen, dass hier moderne Technik für Gruppen und Einzelarbeit zur Verfügung steht. Hinzu kommt: 70 Prozent der Studierenden stammen aus der näheren Umgebung. „Wer also kirchliche Bindungen hat, der pflegt sie in der Heimatgemeinde weiter“, sagt Hakes. Anders ist das bei den internationalen Studenten. Sie kommen regelmäßig, um Freunde zu finden.

 

Ein neuer Name soll mehr Identität transportieren

Allgemein jedoch ist die Bindungsphase kurz. „Die Erstsemester sind damit beschäftigt, sich einzuleben, und im fünften Semester beginnt schon die Praxisphase in Firmen“, schildert er. Gemeinsam überlegten Hakes und sein Kollege Frank Seeger-Hupperten in Mönchengladbach, welcher Name einladender und auch zutreffender wäre. Die beiden Theologen wählten ein hebräisches Wort, das auch Jesus öfter benutzt hat, wenn er Menschen einladen wollte, ihr Leben in Angriff zu nehmen: „Lakum“. „Das klingt nach italienischer Pizzeria, aber wenn ich gefragt werde, kann ich über die tiefere Bedeutung sprechen“, sagt Hakes.

Die „Gemeinde“ im Untertitel der Einrichtung wurde zum Hoch- schulzentrum, was allerdings auch formal zutrifft. „Kirchenrechtlich muss eine Gemeinde von einem Priester geleitet werden. Wir beide sind Pastoralreferenten; da sagt man ,Zentrum‘“, erklärt Hakes und ist froh über die mitschwingende Bedeutung, einen lebendigen Mittelpunkt zu bilden. Die Krefelder Design-Studentin Katharina Girnuweit half dabei, ein Logo zu entwickeln. Wie ein geöffnetes Haus wirken die Umrandungen nun. Die Gestaltung der Buchstaben ist gründlich durchdacht. „Alles, was im Leben passiert, gibt es auch hier“, sagt Hakes. Ab und zu wird er zur Hochzeit ehemaliger Studenten eingeladen, oder er unterstützt Gedenkfeiern für Angehörige, die in einem fernen Land verstorben sind. In der diesjährigen Osternacht wird ein chinesischer Student sich taufen lassen. „Die Initialzündung hat er hier bekommen“, freut sich Hakes. Ein besonderer Fonds des Bistums kann außereuropäische Studenten davor bewahren, ihr Studium aus finanziellen Gründen abbrechen zu müssen. Für die Vergabe solcher Zuschüsse gibt es gemeinsame Kriterien. „Für Europäer gibt es andere Unterstützungsmöglichkeiten“, fügt Hakes hinzu.


Von Regina Kraus

Veröffentlicht am 11.02.2014

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