Kirche in der Region Mönchengladbach
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Professor Liane Schirra-Weirich

Professor Liane Schirra-Weirich wertete die Antworten aus.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 11/2012

Große Zufriedenheit

Die KAB stellte die Ergebnisse ihrer Wirtschaftsumfrage vor

Was Menschen in Kirche und Gesellschaft zu Fragen der Arbeitsmarktpolitik und der Berufstätigkeit denken, wollte die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) der Diözese Aachen ganz genau wissen.

Im Rahmen der Kampagne „Arbeit kann ganz schön schön sein“ hat die KAB dazu eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse wurden jetzt in Mönchengladbach vorgestellt.

Acht Seiten mit 33 Fragen haben die Teilnehmer der Umfrage ausgefüllt. 2134 Fragebögen hat die KAB verteilt, knapp ein Viertel davon sind ausgefüllt zurückgekommen und konnten ausgewertet werden. Im Pfarrheim St. Bonifatius in Hardterbroich hat Professor Liane Schirra-Weirich vom Fachbereich Sozialwesen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalens dem Diözesanausschuss mit Delegierten aus allen KAB-Bezirken im Bistum Aachen die Ergebnisse vorgestellt.

Mit 48,3 Prozent Frauen und 50,6 Prozent Männern ist die Geschlechterverteilung bei den Antwortenden nahezu ausgeglichen. Dabei lag der Anteil der Teilnehmer mit deutscher Staatsangehörigkeit bei 96,3 Prozent. Gut 60 Prozent der Befragten engagieren sich ehrenamtlich. Knapp 50 Prozent der Befragten sind im Alter zwischen 45 und 64 Jahren, 14,8 Prozent im Alter von 35 bis 44 Jahren.

Bei 53,4 Prozent der Befragten tragen zwei Personen zum Haushaltseinkommen bei, bei 24,7 Prozent der Haushalte finanziert das Einkommen einer Person den Lebensunterhalt. Überraschend dürfte die Höhe des Netto-Einkommens sein, das die Befragten zur Verfügung haben. 47,5 Prozent der Befragten verfügen über ein Netto-Einkommen bis 2500 Euro, 43,5 Prozent über ein Netto-Einkommen von 2501 Euro und mehr. Dabei bildet die Einkommensgruppe von 2001 bis 3000 Euro mit 27,4 Prozent die größte Gruppe, dicht gefolgt von der Einkommensgruppe 1001 bis 2000 Euro (23,8 Prozent).

 

Großes Armutsrisiko für Alleinerziehende

Vor diesem Hintergrund ist es weniger überraschend, dass 80 Prozent tendenziell zufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation sind. Dabei zeigt sich, dass die Älteren zufriedener als die Jungen sind. Bei den 15- bis 25-Jährigen gaben 35,9 Prozent an, unzufrieden zu sein. Bei der Gruppe der 76-Jährigen und älter sind es nur noch 6,9 Prozent.

Für Alleinerziehende sieht die Situation etwas anders aus: 26,4 Prozent müssen mit einem Netto-Haushaltseinkommen bis 1000 Euro auskommen, 36,8 Prozent haben monatlich 1001 bis 2000 Euro zur Verfügung. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage aber herrscht unter den Alleinerziehenden ein relativ hoher Zufriedenheitsgrad. 52,8 Prozent sind tendenziell zufrieden.

„Krankheit und Pflegebedürftigkeit stellen zentrale Armutsfaktoren im Alter dar“, sagt Schirra-Weirich zu den Ergebnissen der Umfrage. Kinder stellen ein drittes Armutsrisiko dar. Ein Grund dafür ist, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von rund drei Viertel der Befragten als schwierig empfunden wird.

Je jünger die Befragten waren, desto höher war ihre Zustimmung zu Arbeitsanreizen für Langzeitarbeitslose. Konkurrenz- und Leistungsdenken sind hier stärker Triebfedern für das wirtschaftliche Handeln.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 16.03.2012

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