Kirche in der Region Mönchengladbach
http://kirche-in-der-region-mg.kibac.de/nachrichtenansicht?mode=detail&action=details&siteid=1030266&type=news&nodeid=5beb6650-3225-46f9-bb32-e3138b9b3ddc
 
 
Kirchenuhr St. Gereon Giesenkirchen erhielt neue ZIfferblätter

Bevor die Ziffernblätter an die Turmuhr montiert werden, dürfen die Kinder des Kindergartens und der Grundschule sie mal anfassen.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 25/2015

Goldene Zeiger für St. Gereon

Der Austausch der Ziffernblätter an der Giesenkirchener Kirche war ein großes Ereignis

In der Sonne glänzen die Zahlen und Zeiger der neuen Ziffernblätter an der Turmuhr von St. Gereon Giesenkirchen. Weil Wind, Wetter und der Zahn der Zeit an den alten allzu heftig genagt hatten, mussten sie ausgewechselt werden.

Kriminaltechniker würden sich ganz schön wundern, wenn sie nun die Zeiger und das moosgrüne Ziffernblatt auf Fingerabdrücke untersuchen würden. Denn in luftiger Höhe von 55 Metern finden sich davon jede Menge – von Kinderhänden. Bevor die fast 40 Kilo wiegenden Ziffernblätter mittels Hebebühne nach oben gebracht wurden, erlaubte Pfarrer Guido Fluthgraf den Kindergarten- und Grundschulkindern, sie einmal zu berühren. Eine einmalige Chance, die die kleinen Mädchen und Jungen mit Begeisterung ergriffen.

50 Jahre hatte das alte Ziffernblatt dort gehangen, seine Farbe war schon sehr vergilbt, die Zeiger waren verbogen. 50 Jahre – für die fünf- bis zehnjährigen Kinder ist das eine Ewigkeit. Für Fluthgraf ist dieser Zusammenhang ein Aspekt, den er den Kindern bei der Einsegnung erläutert. Denn die Ewigkeit, was ist das eigentlich? Spürt man sie schon jetzt? Die Kinder erfahren, dass die Ewigkeit keinen zeitlichen Anfang und kein zeitliches Ende besitzt – wie das neue, runde Ziffernblatt der Kirchturmuhr. Weil die Ewigkeit für die Christen eine große Bedeutung habe, spiele sie auch in der Gegenwart eine Rolle: Die Ewigkeit durchdringe die Gegenwart.


Sieben Jahre Vorbereitung, Finanzierung mit Spenden

Einige der Kinder tragen schon ihre erste Uhr am Handgelenk. Wenn sie die mit der Kirchenuhr vergleichen, staunen sie, dass die Zeiger mit ihren bis zu 1,40 Metern Länge 140 Mal so lang sind wie die auf der Armbanduhr. Mit einem Gewicht von 35 bis 40 Kilogramm und einem Durchmesser von zwei Metern sind die Ziffernblätter schwerer und größer als jedes der Kinder.

Aber nicht nur für die Kleinen war es ein ungewöhnliches Erlebnis. Zur frühen Morgenstunde haben sich auch einige Giesenkirchener am Fuße von St. Gereon versammelt, um zu sehen, wie die Ziffernblätter ausgetauscht wurden. Mit einem 60-Meter-Kran sind Monteure hochgefahren, um die alten Ziffernblätter abzumontieren und die neuen anzubringen. Um 1909 wurde das erste Ziffernblatt dort angebracht, in den 1960er Jahren wurden dann moderne, helle Ziffernblätter montiert. Die wurden nun erneuert.
Sieben Jahre haben die Verantwortlichen den Austausch der insgesamt vier Ziffernblätter geplant und vorbereitet. Die Kosten von 30000 Euro sind hauptsächlich durch Spenden getragen worden. Als Sturmtief Niklas Ende März die Regenrinne beschädigte, nutzten die Verantwortlichen der Gemeinde in Giesenkirchen die Gelegenheit, für die neuen Ziffernblätter Maß zu nehmen.

Bei der Auswahl der neuen haben sie sich an Fotos aus dem Jahr 1920 orientiert. Darauf haben die Ziffernblätter römische Ziffern – so, wie die neuen jetzt auch. Die moosgrüne Farbe passt perfekt zu der Fassade der Kirche, die am Giesenkirchener Konstantinplatz das prägnante Gebäude ist. Bis alle vier Ziffernblätter an ihrem Platz waren, hat es den ganzen Tag gedauert. Eine Arbeit, die sich gelohnt hat. Wer heute Giesenkirchen besucht und über den Platz vor der Kirchentür schlendert, stellt fest, dass viele Passanten ihren Blick hinauf lenken – hin zu den in der Sonne glänzenden Zeigern.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 17.06.2015

Test