Kirche in der Region Mönchengladbach
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Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Mönchengladbach feiert Jubiläum

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit feiert auch Feste wie Chanukka gemeinsam.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 35/2014

Gemeinsam gegen Antisemitismus

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wurde 1988 in Mönchengladbach gegründet

Vor fast 30 Jahren gründeten Christen und Juden gemeinsam in Mönchengladbach die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Ziel der Gesellschaft ist es, mit Vorträgen und Exkursionen jüdische Kultur und Geschichte vorzustellen.

Die jüngsten Ereignisse haben die Mitglieder der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) schockiert. Nicht nur der Krieg in Israel wird von den Mitgliedern des GCJZ-Vorstands kritisiert, auch die darauf folgenden antisemitischen Hassparolen in Demonstrationen sowie die Angriffe auf jüdische Einrichtungen in Deutschland haben die rund 200 GCJZ-Mitglieder schockiert. „Ich stelle fest, dass sich die Polizeipräsenz vor der Synagoge wieder verstärkt hat“, sagt Wolfgang Bußler, katholischer Pfarrer. Für den Vorstandsvorsitzenden ist das ein Anlass, dass die GCJZ wieder verstärkt in die Öffentlichkeit tritt.

 

Wie geht man mit der Historie in Zukunft um?

Ziel ist es, Menschen nicht nur mit der jüdischen Kultur in Kontakt zu bringen, sondern auch dazu anzuregen, über den eigenen Umgang mit der persönlichen Geschichte nachzudenken. „Die Generation, die die Judenverfolgung unter der Naziherrschaft erlebt hat, stirbt langsam aus“, sagt GCJZ-Kassenführer Rolf Hock. „Aber auch nachfolgende Generationen müssen sich fragen, wie sie mit der Geschichte umgehen.“ Es gelte jetzt gerade jüngere Menschen für die Historie zu interessieren und zu öffnen. Dafür hat die GCJZ ein Programm mit Vorträgen und Exkursionen zusammen gestellt, bei denen es auch Gelegenheit gibt, die Gladbacher Synagoge zu besuchen.

Der Londoner Rabbiner Jonathan Magonet ist am 8. September in der Gladbacher Synagoge zu Besuch, um über das Thema „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“ zu referieren. Dabei wird er darüber sprechen, wie die Bedeutung dieses Verses, der von Jesus aus der hebräischen Bibel, Buch Leviticus, zitiert wurde, unter Rabbinern diskutiert wird. Über die Entwicklung der jüdischen Gemeinden in NRW seit Beginn der Neuzuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion spricht Michael Rubinstein, Integrationsbeauf- tragter der drei jüdischen Landesverbände in NRW am 9. Dezember in der Synagoge.

 

Zwei jüdische Lebenswege während der Nazi-Zeit

Der Journalist Holger Hintzen führt am 21. Oktober mit seinem Vortrag „Paul Raphaelson und Hans Jonas“ im Christoffel-Haus direkt in die jüngere Geschichte Gladbachs, wenn er zwei ganz gegensätzlich verlaufende jüdische Lebenswege nachzeichnet, die unter vergleichbaren Bedingungen begonnen haben.

 

Ein tiefer Einblick in die jüdische Geschichte

Einen Einblick in jüdische Geschichte bietet der Besuch der Synagoge in Rödingen am 26. Oktober. Die Synagoge ist heute das einzige nahezu im Originalzustand erhaltene jüdische Gotteshaus im westlichen Rheinland. Erbaut wurde es 1841vom jüdischen Gemeindevorsteher Isaak Ullmann auf seinem Privatgrundstück. Weil es 1934 an Privatleute verkauft und als Werkstatt genutzt wurde, wurde die Synagoge von den Nazis nicht zerstört.

 

Deportation-Ausstellung in der Jugendkirche JIM

Mit der Ausstellung „Deportation ins Ghetto“ setzen sich vom 8. bis 26. September die Jugendlichen der Jugendkirche JIM auseinander. In der Ausstellung wird die Geschichte von Juden erzählt, die im Herbst 1941 ins polnische Ghetto Lintzmannstadt deportiert wurden. Von den 3014 Deportierten überlebten nur 36 den Holocaust. Begleitet wird die Ausstellung in der früheren Albertuskirche mit Filmabenden und Vorträgen über jüdisches Leben in Mönchengladbach. Dabei werden auch die Auswirkungen thematisiert, die das Schweigen über die Verbrechen der NS-Zeit bis heute in den Familien hat – sowohl auf jüdischer wie auch auf christlicher Seite.

Weitere Infos zum Programm sind bei Rolf Hock unter Telefon 02161/ 82 68 514 oder per Email unter gcjz-mg@t-online.de erhältlich.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 29.08.2014

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