Kirche in der Region Mönchengladbach
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Dietmar Micha und Matthias Forst

Dietmar Micha (l.) und Matthias Forst leiten die Theatergemeinde, die 1922 aus dem Volksverein hervorgegangen ist.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 32/2011

Eine gesellschaftliche Aufgabe

Vor fast 90 Jahren wurde die Theatergemeinde mit Unterstützung des Volksvereins gegründet

Die Theatergemeinde freut sich auf die kommende Spielzeit. Mit der Rückkehr des Ensembles in das frisch sanierte Theater bessern sich auch die Rahmenbedingungen für den Verein wieder.

Seit seiner Gründung 1922, die vom katholischen Volksverein unterstützt wurde, ermöglicht er vielen Bürgern den Zugang zu Kultur und Bildung.

Die Verwaltung ist bereits umgezogen, das Ensemble und das Publikum werden folgen. Ab kommender Spielzeit geht im frisch sanierten Theater wieder der Vorhang für Ballett, Schauspiel und Musiktheater hoch. „Wir sind sehr froh darüber“, sagt Dietmar Micha, Vorsitzender der Theatergemeinde Mönchengladbach. „Denn jetzt kommen viele Abonnenten zurück.“ Der Verein will mit seinem Angebot Hemmschwellen abbauen und Menschen aller Schichten den Zugang zu Bildung ermöglichen.

Diese Tradition ist fast 90 Jahre alt. 1922 wurde die Theatergemeinde als Bühnenvolksbund Mönchengladbach gegründet. Ziel des Vereins war es, in der damals gerade entstehenden Demokratie der Weimarer Republik einer breiten Bevölkerungsschicht den Zugang zum Theater zu ermöglichen. Besonders Arbeiter wurden angesprochen. Gefördert und unterstützt wurde die Gründung durch den Volksverein für das katholische Deutschland – Vorläufer des heutigen Volksvereins. Der hatte sich schon damals auf die Fahnen geschrieben, Menschen in Notsituationen zu helfen. Dazu gehörte auch die Bildung. „Theater wurde damals eindeutig definiert als zur Bildung gehörig“, sagt Thoma. Firmen kauften damals Theaterkarten vom Bühnenvolksbund, die sie an ihre Arbeiter weitergaben. In Ermangelung eines eigenen Theaterhauses in Mönchengladbach wurden die Vorstellungen in Sälen und in den 50er Jahren bis zum Bau des Theaters an der Hindenburgstraße in der Kaiser-Friedrich-Halle gegeben.

Rund 1000 Mitglieder hat die Theatergemeinde derzeit. Der Vereinszweck ist im Wesentlichen noch derselbe wie bei seiner Gründung. Allerdings haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Nicht mehr die Arbeiter der Mönchengladbacher Industrie sind eine der Hauptzielgruppen der Theatergemeinde. Heute kümmert sich der Verein auch sehr darum, Kinder und Jugendliche für das Theater zu begeistern.

 

Auch behinderte Schüler zeigen, was sie können

„Vor vielen Jahren haben wir uns von Köln zum Schultheaterfestival inspirieren lassen“, erzählt Matthias Forst, zweiter Vorsitzender der Theatergemeinde. Seine Frau Erika Forst organisiert das Festival, das alle zwei Jahre stattfindet und an dem Theatergruppen aller Schulformen teilnehmen. Vier Tage gehört das Theater den Schülern und Lehrern, unterstützt werden sie bei ihren Aufführungen von den Technikern und Bühnenbauern des Theaters.

Neben der Bildung hat das Festival auch eine integrative Wirkung. Denn nicht nur Grundschüler treten mit

ihren Aufführungen gleichberechtigt neben Oberstufen-Theatermachern auf. Förderschulen zeigen auch, zu welchen Leistungen behinderte Schüler fähig sind.

 

Weitere Infos unter

www.theatergemeinde-mg.de

 

 


Von Garnet  Manecke

Veröffentlicht am 05.08.2011

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