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Markus Offermann ist Quartiersmanager in Rheydt

Die Fäden in Sachen Planung und Wünsche laufen bei Quartiersmanager Markus Offermann zusammen.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 44/2014

Ein Kümmerer für einen Stadtteil

Als Quartiersmanager fördert Markus Offermann die soziale Entwicklung der Rheydter Innenstadt

In Rheydt verändert sich einiges. Mit dem Umbau von Marktplatz und dem Platz vor der Marienkirche kommen nicht nur optische Veränderungen.

Das Projekt „Soziale Stadt Rheydt“, das aus Mitteln des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt zur Städtebauförderung finanziert wird, beinhaltet auch Lösungsansätze für soziale Probleme. Wer über den Marienplatz geht, kann ihn manchmal wahrnehmen: den feinen Geruch von Cannabis, der in kleinen Tüten von einer Hand zur anderen wandert. Er kommt aus einer der Nischen in den Häusern, die rund um die Marienkirche liegen. Diese Stelle wird manchmal als sozialer Brennpunkt bezeichnet, weil sich hier Jugendliche treffen, weil hier manchmal Obdachlose sitzen. Der Obdachlosentreff ist nicht weit entfernt.

Auf der anderen Seite gibt es in Rheydt Geschäfte, deren Preise darauf hindeuten, dass die Besitzer sich an Kunden aus gehobenen Einkommensschichten wenden. Nur wenige Schritte weiter reihen sich Geschäfte, in denen türkisch oder arabisch gesprochen wird, aneinander. Rheydt ist multikulti, hier trifft Arm auf Reich. Das birgt Konfliktpotenzial, aber auch vielfältige Chancen. Und gerade um letztere geht es Markus Offermann. Der 42-Jährige ist seit Juli Quartiersmanager in Rheydt.

 

Der Quartiersmanager ist Ansprechpartner für alle

Der Katholische Verein für Soziale Dienste (SKM) hat sich für das Quartiersmanagement beworben. „Es geht darum, alle, die in der Innenstadt Rheydts leben, in die Entwicklung des Stadtteils einzubinden“, erklärt Markus Offermann.Der 42-Jährige koordiniert die Wünsche und Anregungen von Privatleuten, Hausbesitzern und Geschäftsleuten, Institutionen und öffentlichen Einrichtungen. Ob es um die Führung eines neuen Radwegs geht oder um die Gestaltung der Stadtmöblierung: Wer eine Frage hat, kann sich an den Quartiersmanager wenden.

Herzstück der Aufgabe, die der SKM in Kooperation mit der Familienbildungsstätte übernommen hat, sei die Stadtteilkonferenz, sagt Offermann. Hier können sich engagierte Bürger direkt an der Gestaltung ihres Stadtteils beteiligen. In diesem Gremium sind bereits verschiedene Ideen entstanden, die Lebensqualität in Rheydt zu steigern. Zum Beispiel soll ein Bürgergarten entstehen. Ein passendes Grundstück für das Projekt wird gerade gesucht. Und Hauseigentümer sollen mit Hilfe von Fördergeldern animiert werden, ihre Fassaden zu verschönern. Den offiziellen Slogan „Mein Rheydt“ des Quartiersmanagements würde Offermann gerne erweitern in „Unser Rheydt“. „Etwas bewegen und so einen Stadtteil zu entwickeln und zu gestalten geht nur miteinander“, sagt Offermann. Das gilt besonders für die Rheydter Innenstadt, in der es keine Vereinsstrukturen gibt, wie man es aus anderen Stadtteilen kennt.

 

Im Stadtteil miteinander etwas zum Guten bewegen

Die heterogene Zielgruppe, der sich Offermann gegenüber sieht, macht die Aufgabe nicht einfacher. Dennoch ist er guten Mutes, dass auf lange Sicht einige interessante Projekte gelingen könnten, die für alle die Lebensqualität im Rheydter Zentrum erhöhen. Der neu gestaltete Marktplatz ist ein erster Schritt.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 31.10.2014

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