Kirche in der Region Mönchengladbach
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28_Wanderung

Auch wenn viele ernste Themen an den Bischof herangetragen wurden, haben die Teilnehmer während der Wanderung auch viel gelacht.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 28/2013

Ein bunter Dialog im Garten

Bischof Heinrich Mussinghoff lud die Gemeinden zur Wanderung in Mönchengladbach ein

Die Blumenbeete zeigen ihre Pracht, die alten Bäume spenden viel Schatten. Der bunte Garten sieht in diesen Tagen besonders schön aus. Der ideale Ort, zur Ruhe zu kommen oder ein gutes Gespräch zu führen. 35 Frauen und Männer wanderten mit Bischof Heinrich Mussinghoff durch den weitläufigen Park.

„Und wir bekommen doch einen Priester?“, der Tonfall der alten Dame klingt besorgt. Mit Wolfgang Bußler und Albert Damblon sind in der Großpfarre St. Vitus gleich zwei Geistliche verabschiedet worden. Nun fürchtet die Frau, dass es nur noch Wortgottesdienste geben wird und deshalb die Zahl der Gottesdienstbesucher in ihrer Pfarrei weiter sinkt. „Der Pater Wolfgang kann nicht alles alleine machen“, sagt sie. Fragen zur Zukunft der Gemeinden, zur Kirche und der Rolle der Jugend sind es, die an den Bischof gestellt werden.

 

Die Natur öffnet das Herz und die Seele

Hier kann man innehalten, nachdenken und neue Ideen entwickeln. Nicht umsonst haben sich schon seit der Antike Philosophen, Dichter und Denker in Flora und Fauna geflüchtet, um den Kopf frei zu bekommen. Welche Umgebung eignet sich also besser, eine gute Atmosphäre für entspannte Gespräche zu finden? Im ganzen Bistum wird deshalb zu den Dialogwanderungen eingeladen. Vier Stunden nimmt sich der Bischof Zeit, mit Gläubigen aus der Region Mönchengladbach, Korschenbroich und Jüchen zu sprechen, zu wandern und zu beten.
Pfarrer Heinz-Josef Biste, seit Januar leitender Pfarrer in Neuwerk, findet, dass der ausgedehnte Spaziergang eine gute Idee ist. „Ein bunter Dialog im bunten Garten unter bunten Menschen“, sagt er. 35 Frauen und Männer im Alter von 16 bis über 80 Jahren haben die Gelegenheit ergriffen, mit dem Bischof ins Gespräch zu kommen.
„Die Jugend ist ein Schwerpunkt bei den Themen, die bei den Wanderungen besprochen werden“, sagt Mussinghoff. „Es gibt eine große Ratlosigkeit zur Zukunft des Glaubens bei der Jugend.“ Auf die Frage, wie der Glaube auch den Kindern und Jugendlichen nahegebracht werden kann und wie sie für die Kirche gewonnen werden können, reagiert das Bistum mit einer neuen Ansprache. „Seit einem Jahr müssen auch die Pastoralreferenten eine religionspädagogische Ausbildung machen“, sagt der Bischof.


Er hört zu, das ist für die Teilnehmer tröstlich

Aber auch neue Konzepte der Ansprache sieht er als Schlüssel für die Zukunft. Zentrale Angebote wie die Citykirche mit ihrem Programm seien wichtige Stationen, sagt Mussinhoff. Auch die Jugendkirche in St. Albertus sei eine gute Sache. Die Frage, wie es mit den Kirchen weitergehe, beschäftige die Menschen sehr. „Aber es gibt großes Verständnis dafür, dass nicht alle Kirchen erhalten bleiben können“, hat Mussinghoff erfahren. Dass die Krise, die es noch zu bewältigen gilt, nicht das Ende ist, davon ist Mussinghoff überzeugt. „Die Krise ist immer auch eine Chance“, betont er. „Das bedeutet, dass alle umdenken müssen. Daraus entstehen neue Ideen.“
Für die Teilnehmer war die Begegnung tröstlich. „Man hatte den Eindruck, der Bischof hört zu“, sagt ein 68-Jähriger, der mit seiner Tochter dabei war, „wenn er auch nicht alle Probleme lösen kann.“


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 23.10.2013

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