Kirche in der Region Mönchengladbach
http://kirche-in-der-region-mg.kibac.de/nachrichtenansicht?mode=detail&action=details&siteid=1030266&type=news&nodeid=adfbc256-8872-4158-b56d-4fe88d569eec
 
 
Pastoralreferent Wolfgang Funke (l.) und Kurator Bernhard Jansen haben die interreligiöseAusstellung in der Citykirche organisiert

Pastoralreferent Wolfgang Funke (l.) und Kurator Bernhard Jansen haben die interreligiöse Mini-Ausstellung 3x3 der Citykirche organisiert. Insgesamt zeigen neun Künstler im Wechsel über drei Monate ihre Arbeiten in einem kleinen Wohnwagen.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 03/2013

Drei Religionen, drei Ausstellungen

Das Projekt 3x3 lädt dazu ein, Verbindendes zwischen Christen, Juden und Muslimen zu suchen

Drei Religionen, drei Ausstellungen mit jeweils drei Künstlern in drei Monaten: Das ist das Konzept der aktuellen Ausstellung 3x3 der Citykirche Mönchengladbach.

Unter den Überschriften Schrift, Weg, Licht setzen die Künstler Christentum, Judentum und Islam, die drei abrahamischen Religionen, in einen Kontext.

Diese Ausstellung ist, egal wie man es sieht, stets von der Zahl Drei umgeben. Drei Monate hatte Kurator Bernhard Jansen Zeit, die Präsentation vorzubereiten, drei Mini-Ausstellungen mit jeweils drei Künstlern aus den abrahamischen Religionen werden gezeigt zu drei Themenkom- plexen. Ursprünglich sollten mit der Ausstellung die drei Monate bis zur einst an Ostern geplanten Wiedereröffnung der Citykirche überbrückt werden. Jetzt wird es knapp drei mal drei Monate dauern, bis die Kirche Anfang September wieder zur Verfügung steht. Eröffnet wird sie ebenfalls mit einer Ausstellung.

Schrift, Weg und Licht sind die drei Themen der Ausstellung-Trilogie. „Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir die Ausstellung neben der Sanierung der Kirche gestalten können“, sagt Pastoralreferent Wolfgang Funke. Zuerst sollte die Ausstellung dem Thema „Fels“ gewidmet sein. Die Idee, einen Felsen vor der Kirche zu installieren, wurde jedoch bald wieder verworfen. „Während der Bauarbeiten müssen wir flexibel sein, damit der Bautrupp hier rangieren kann“, sagt Funke. „Mit dem Wohnmobil sind wir entsprechend flexibel.“

 

Die Heiligen Schriften sind die Grundlage

Arnim Vaylann, Felix Droese und Mounir Fatmi machen den Anfang. Ihre Werke sind dem Thema Schrift gewidmet. „Im religiösen Kontext sind die jeweiligen Heiligen Schriften die Grundlage und das Regelwerk für das religiöse und gesellschaftliche Zusammenleben“, sagt Kurator Bernhard Jansen in seiner Begrüßungsrede. „Die Thora, das Neue Testament und der Koran sind Sammlungen von Geschichten, Gleichnissen, Regeln und Vielem mehr, aus denen weitere Regeln und Ordnungen entstehen.“ Jeder Künstler vertritt mit seinen Arbeiten eine der drei abrahamischen Religionen. Wer in den kleinen Ausstellungsraum hineinkommt, dem fallen zu seiner Linken die großen Tafeln von Arnim Vaylann auf. Der 1954 in Kiel geborene Künstler, der in Mönchengladbach lebt und arbeitet, bezieht sich in seinen Arbeiten auf die jüdischen Wurzeln. Auf Metallplatten hat er Bruchstücke von Ziegelsteinen so angeordnet, dass sie an hebräische Schriftzeichen erinnern. Je nach Lichteinfall schimmern die Platten unterschiedlich und lassen so für den Betrachter neue Perspektiven zu.

Der Künstler Felix Droese hat sich in seiner Radierung mit einer anderen Schrift auseinandergesetzt, die ebenfalls mit Regeln das menschliche Miteinander in Bahnen zu leiten sucht, um jedem die Möglichkeit geben, mit sich und den anderen in Würde zu leben: Das Grundgesetz. Der Kaltnadelradierung rechts von der Eingangstür sind einige Exemplare des Verfassungstextes beigefügt, die die Besucher mitnehmen können.

Wenn man es genau nimmt, könnte die Installation des marokkanischen Künstlers Mounir Fatmi auch Teil der dritten Austellung zum Thema Licht sein. Auf Neonröhren zitiert er die Sure 24, Vers 35 des Korans, in der es um das Licht als Metapher für Allah geht. Den Text hat Fatmi für seine Arbeit in arabisch und englisch auf die Röhren geschrieben, die mit ihrem gleißenden Licht gleichzeitig den Ausstellungsraum erhellen und so eine Verbindung zwischen den drei Religionen herstellen.

 

Info zu den Ausstellungen

Schrift: bis 3. Februar, Weg: vom 16. Februar bis 10. März, Licht: vom 16. März bis 7. April

www.citykirche-mg.de


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 24.01.2013

Test