Kirche in der Region Mönchengladbach
http://kirche-in-der-region-mg.kibac.de/nachrichtenansicht?mode=detail&action=details&siteid=1030266&type=news&nodeid=30876ee5-8360-442d-b287-8dcfedfe3510
 
 
Pilgergruppe aus MG-Pongs wanderte zu allen Heiligtumsfahrten

Die gute Laune in der Gruppe war ansteckend. Bei Liedern und Gesprächen waren die schmerzenden Füße zumindest zeitweise vergessen.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 29/2014

100 Kilometer zu den Heiligtümern

Eine Gruppe aus Pongs pilgerte zu allen drei Heiligtumsfahrten

Mönchengladbach, Kornelimünster und Aachen: Drei Heiligtumsfahrten fanden in diesem Jahr statt. Eine kleine Pilgergruppe aus Pongs machte sich zu Fuß auf den Weg, um alle drei Ziele zu erreichen – als einzige in der ganzen Diözese.

 Ein Weg voller Überraschungen und Erkenntnisse liegt hinter den Frauen und Männern. Hier erzählen sie davon. Irgendwann, wenn die Füße schmerzen, die Waden sich so dick wie Baumstämme anfühlen und Körper und Geist nur noch müde sind, schießt die Frage durch den Kopf: „Warum tust Du Dir das an?“ Auch den Pilgern aus Pongs ist es auf ihrem Weg nicht anders ergangen. Sie haben sich aufgemacht, um zu Fuß zu allen drei Heiligtumsfahrten im Bistum Aachen zu pilgern. Knapp 100 Kilometer sind sie gegangen, durch Natur und Städte, an Feldern und Flüssen entlang, sind über umgefallene Baumstämme geklettert und haben sich unter tiefhängenden Ästen hindurch gewunden.

Als sie am Ende vom Fenster der Heiligtumskapelle im Aachener Dom auf die Stadt hinunter blickten, wussten sie, dass sich die Mühen gelohnt hatten: Sie hatten ihr Ziel erreicht. Ihr Pilgerweg begann mit einem eindrucksvollen Erlebnis. Von ihrer Heimatkirche Herz Jesu Pongs machten sich die zehn Frauen und Männer um Roland Weber, Initiator der Pilgergruppe, auf den Weg zum Abschlussgottesdienst der Heiligtumsfahrt in Mönchengladbach. Begleitet wurden sie von 60 weiteren Pilgern aus ihrer Heimatgemeinde. „St. Marien Rheydt war unsere erste Station auf dem Weg“, erzählt Roland Weber. Dort fand ein erster Impuls statt und 130 Pilger aus Wickrath und Odenkirchen stießen zu den Pongsern. Gemeinsam machten sie sich auf zur zweiten Station des Weges: St. Josef Hermges. „Es war eigentlich wie eine Sternprozession“, erzählt Anita Schwenzer. Denn auch in Hermges vergrößerte sich die Prozession, die schließlich mit mehreren hundert Pilgern zum Open-Air-Gottesdienst auf dem Geroplatz zog. „Ein tolles Erlebnis“, sagt Martha Barths.

 

„Wirst Du morgen überhauupt nochmal aufstehen können?“

Das Hochgefühl der ersten Etappe musste auf dem zweiten Teil der Strecke zweitweise der Anstrengung Platz machen. 32 Kilometer bewältigte die Fußgruppe auf dem Weg zum Haus Overbach in Jülich, wo die Gruppe übernachtete. „Am ersten Abend fragt man sich: ,Wirst Du morgen überhaupt nochmal aufstehen können?’“, berichtet Anita Schwenzer. Die sportliche Leistung spürten sie noch in ihren Muskeln, als sich die Pilger auf die dritte Etappe ihrer Reise machten. Ziel: Kornelimünster. „Als wir da ankamen, habe ich gedacht ,Du gehst nirgendwo mehr hin’“, erinnert sich Annemarie Köhler an ihre Erschöfpung. Dennoch hat sie den Eröffnungsgottesdienst zur Heiligtumsfahrt als intensives, schönes Erlebnis in Erinnerung. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Pilgerreise sei es gewesen, welche Kräfte man in einer Gruppe entwickeln könne, sagt Martha Barths. „Man wächst über sich selbst hinaus.“

Auch die vielen kleinen Überraschungen und freundlichen Begegnungen auf dem Weg haben dazu beigetragen, dass die Pilger Schritt für Schritt weitergingen. Von fast biblischer Symbolkraft war die Begegnung im Wald. Durch den Pfingststurm waren auch die Wege der Pilger zum Teil von umgefallenen Bäumen und abgebrochenenen Ästen zu Hindernislaufstrecken geworden. Kurz vor ihrem ersten Etappenziel, dem Haus Overbach in Jülich, kämpften sich die Pilger einen steilen Weg hoch – bis der durch einen umgestürzten Baum komplett versperrt war. „Wir dachten schon, wir müssten komplett umkehren und diskutierten gerade über den weiteren Weg“, erzählt Martha Barths. Dann hörten sie eine Stimme von der anderen Seite des Baumes: „Wo wollen Sie denn hin? Moment, ich komme sie holen.“ Kurz darauf holte ein Mann die Pilger mit einem kleinen Bus ab und brachte sie zu der Stelle, an der sie ursprünglich auskommen sollten. „Es stellte sich heraus, dass das der Ortsvorsteher von Floßdorf war“, erzählt Anita Schwenzer. Immer wieder sei den Pilgern große Herzlichkeit entgegengebracht worden. „Viele Leute haben uns angesprochen, wenn sie uns als Pilger erkannt haben“, sagt Annemarie Köhler. Manche seien auch ein kleines Stück des Weges mitgegangen. Bei ihrer Ankunft in Aachen sei ihnen gleich die lange Schlange Pilger vor dem Dom aufgefallen. Die Gruppe beschloss, sich dort nicht anzustellen, um noch einen Blick auf die Heiligtümer werfen zu können. So haben sie die Aachener Heiligtumsfahrt von einem anderen Blickwinkel erlebt. Pfarrer Rolf-Peter Cremer hat die einzige Pilgergruppe der Diözese, die alle drei Heiligtumsfahrten besucht hat, zu einer Führung im Dom eingeladen. Die Pilgerreise endete in der Heiligtumskapelle, an dem Fenster, an dem früher die Heiligtümer den Gläubigen gezeigt wurden.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 21.07.2014

Test