Kirche in der Region Mönchengladbach
http://kirche-in-der-region-mg.kibac.de/nachrichtenansicht?mode=detail&action=details&siteid=1030266&type=news&nodeid=1b0a7c69-b3d3-4dcf-9826-2d45978e58ec
 
 
Vortrag in Mönchengladbach zu Chancen der Krise der Katholischen Kirche

Klaus Nelißen (l.) und Pfarrer Alexander Brückmann berichteten, wie die Verhältnisse in Limburg zum Skandal-Thema wurden.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 48/2013

„Tebakel“ von Limburg

Welche Chancen birgt die Krise für die Katholische Kirche?

Die Ereignisse in Limburg erregen noch immer die Gemüter. Das zeigte eine Diskussion, zu der das Katholische Forum eingeladen hatte. Die Referenten Klaus Nelißen und Pfarrer Alexander Brückmann erklärten, wie es dazu kommen konnte.

Den Wunsch hielten die Organisatoren zuerst für einen Scherz: Zu einer Veranstaltung wünschte sich Franz-Peter Tebartz-van Elst in einer schwarzen Droschke vorzufahren. Damals war er noch Weihbischof und niemand sprach offen über seinen Hang zur Inszenierung. Die Anekdote, die Klaus Nelißen, stellvertretender Rundfunkbeauftragter der Katholischen Kirche im WDR, berichtet, passt ins Bild. Seit einigen Wochen ist dieser Charakterzug des Bischofs von Limburg landesweit eins der wichtigsten Themen in den Medien. Den Hang zum Luxus, sein jede Mitbestimmung und Beratung ausschließender Führungsstil und der Charakterzug, seine Sicht der Dinge als faktische Wahrheit zu sehen, waren schon lange bekannt, bevor der Geistliche sein Amt als Bischof in Limburg antrat.

 

Welche Chance steckt in dieser Krise?

„Wir nannten ihn intern immer das Tebakel“, berichtet Nelißen. Zusammen mit Alexander Brückmann, Pfarrer im Bistum Limburg, hat er die Entwicklungen dort analysiert. Kann Limburg überall passieren? Diese Frage stellte sich dem Auditorium. Besonders im Hinblick darauf, dass Bischof Heinrich Mussinghoff 2015 die Altersgrenze erreicht und dann ein Nachfolger zu erwarten ist.

Wer Brückmann zuhört, wie sich die Ereignisse in Limburg von erster Verwunderung hin zum Widerstand entwickelt haben, der merkt schnell, dass es sich dabei um einen langen Prozess handelt. Die Vorgänger Tebartz-van Elsts schätzten die Mitbestimmung durch pastorale Mitarbeiter, Diözesanrat und Priesterrat. „Das hatte den Vorteil, dass alle die Entscheidungen mitgetragen haben“, sagt Brückmann. Tebartz-van Elst änderte diese jahrelange Praxis. „Die Frage, was ein guter Bischof ist, steht jetzt im Raum wie nie zuvor“, zieht Nelißen einen positiven Aspekt aus der Affäre. Die Antwort auf diese Frage fiel in der Diskussion so aus: „Alles, nur kein Kirchenfürst.“

 

Kompetenz und Transparenz gefordert

Um ein zweites Limburg zu verhindern, müssten die Gremien stärker als Korrektur wirken und notfalls dem Bischof auch entgegentreten. Dazu müssten sie mit den entsprechenden Kompetenzen ausgestattet sein. Auch Transparenz bei Finanzfragen und Entscheidungswegen sei ein Schritt in die richtige Richtung.


Von Garnet Manecke

Veröffentlicht am 02.12.2013

Test